Investoren hatten sich bereits am Morgen auf Spanien eingeschossen. Die Iberer müssen für kurzlaufende Anleihen so viel zahlen wie seit 1997 nicht mehr. Damit nähern sich die Renditen einem Niveau, bei dem die Refinanzierung eines Staates auf Dauer als untragbar gilt. Die Kurzläufer-Auktion galt als Test für den Donnerstag, wenn das Land zehnjährige Bonds im Volumen von 3 bis 4 Mrd. Euro an den Markt bringen will. Deren Renditen kletterten ebenfalls kräftig in die Höhe und erreichten zeitweise bis zu 6,27 Prozent - den höchsten Stand seit August. Damit sind sie kurz vor der Schwelle, an der Portugal und Irland unter den europäischen Rettungsschirm schlüpften. Italien musste jüngst für zehnjährige Bonds fast 7,5 Prozent berappen - obwohl die Europäsiche Zentralbank (EZB) eingriff.
Von den Spaniern verlangten Investoren für Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von zwölf und 18 Monaten im Gesamtvolumen von 3,16 Mrd. Euro einen Zins von mehr als fünf Prozent. Bei den Einjährigen waren es 5,022 Prozent - nach 3,608 Prozent im September. Bei den 18-monatigen Bonds waren es 5,159 nach zuvor lediglich 3,801 Prozent.
Die Nachfrage nach den Staatstiteln war unterschiedlich: Die Auktion der zwölfmonatigen Papiere war 2,1-fach überzeichnet. Bei der vorhergehenden Versteigerung lag dieser Wert noch bei 2,3. Die Nachfrage nach den 18-monatigen Titeln war hingegen sechsmal so hoch wie das Angebot, nachdem bei der letzten Auktion die Überzeichnung nur bei 4,3 gelegen hatte. Experten sprechen davon, dass neben der Sorge um ein Übergreifen der Schuldenkrise auf die Iberer auch die in Kürze anstehenden Wahlen in dem Land für Unsicherheit sorge.