Zu weiteren Käufen von Staatsanleihen schuldengeplager Euro-Staaten sagte der Franzose lediglich, das Programm laufe weiter. Es werde von der überwältigenden Mehrheit der Ratsmitglieder getragen. Trichet betonte, es handele sich nicht um eine quantitative Lockerung, die EZB werde die so entstehende Liquidität weiter aus dem System saugen. Den Leitzins beließ die Notenbank auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent.
Investoren reagierten zunächst enttäuscht. Im Vorfeld der Pressekonferenz waren Hoffnungnen aufgekommen, die EZB werde im Kampf gegen die Schuldenkrise entschlossener einspringen. Teilweise war die Hoffnung aufgekeimt, die EZB werde ähnlich wie die US-Notenbank Fed massive Anleihenkäufe starten. Der Euro rutschte unter 1,31 Dollar, berappelte sich aber wieder und lag zuletzt bei 1,3189 Dollar. Aktienindizes büßten Gewinne ein. Der
DAX rutschte zeitweise ganz leicht ins Minus auf 6865 Punkte, erholte sich aber später wieder.
Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen fielen zunächst, lagen aber zuletzt mit 2,81 Prozent so hoch wie seit Mitte Mai nicht mehr. Renditen bewegen sich bei Anleihen gegenläufig zu den Kursen. Die Renditen auf spanische, irische, portugiesische und italienische Staatsanleihen gingen zruück, möglicherweise aus Erleichterung über die anhaltenden Liquiditätshilfen. Händler berichteten laut Nachrichtenagenturen zudem von Bondkäufen der EZB.