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Merken   Drucken   05.12.2011, 22:16 Schriftgröße: AAA

Staatsschuldenkrise: S&P warnt Deutschland und andere Euro-Staaten vor "AAA"-Verlust

Seit Monaten schlagen sämtliche Versuche fehl, die Euro-Zone zu sichern. Wichtiger Grund für die Turbulenzen sind die Streitereien in der Politik. Die Ratingagentur nimmt das zum Anlass, den Ländern der Währungsunion mit Herabstufung zu drohen.
© Bild: 2011 Getty Images/Photographer's Choice/Oliver Cleve
Seit Monaten schlagen sämtliche Versuche fehl, die Euro-Zone zu sichern. Wichtiger Grund für die Turbulenzen sind die Streitereien in der Politik. Die Ratingagentur nimmt das zum Anlass, den Ländern der Währungsunion mit Herabstufung zu drohen. von Thomas Schmoll  Hamburg, Christine Mai  Frankfurt und André Kühnlenz 
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) warnt Deutschland und fünf weitere Euro-Staaten vor einem Verlust der Topbonitätsnote. Das erfuhren die Financial Times und diverse Nachrichtenagenturen vor Veröffentlichung der entsprechenden Ankündigung. S&P stellt die Top-Ratings von Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg und den Niederlanden wahrscheinlich schon ab Dienstag auf den Prüfstand. Danach beginnt eine Frist von 90 Tagen, in der die Bonitätswächter über den Verlust des Triple-A entscheiden werden. Als Grund führt die Agentur die sich verschärfenden politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen in der Euro-Zone an. S&P äußerte sich offiziell nicht dazu.
Welches dieser Länder verliert als erstes sein "AAA"?

 

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S&P setzte 15 der 17 Länder der Euro-Zone auf eine Beobachtungsliste ("Credit Watch Negative"). Das bedeutet, dass in den nächsten drei Monaten die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung bei 50 Prozent liegt. So hatte es die Agentur auch bei den USA gemacht, die im Sommer ihre Topnote verloren hatte. Würde sie die Staaten mit einem "negativen Ausblick" versehen, wäre die Frist nicht nur 90 Tage lang, sondern zwei Jahre. Zypern befindet sich schon auf der Liste, Griechenland ist ohnehin längst auf Ramschstatus.
Die Sorge der Ratingagentur ist laut Financial Times, wer am Ende die Zeche zahlen muss, um die Krise in den Griff zu bekommen. Bei diversen Plänen dürfte sich die Belastung für die aktuellen "AAA"-Länder vergrößern, vor allem Deutschland wird es hart treffen.
In Bezug auf Deutschland erklärte S&P, die Ratingagentur sei besorgt über "die potenziellen Folgen dessen, was unserer Ansicht nach immer tiefer greifende politische, finanzielle und geldpolitische Probleme mit der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind".
Standard & Poor's will nach eigenen Angaben auch das Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Bewältigung der Staatsschuldenkrise bewerten und bei den Ratings einfließen lassen. "Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass die Haltung der EZB wahrscheinlich nicht effektiv dazu beitragen wird, die wirtschaftlichen und finanziellen Schockwellen zu lindern, die Deutschland unserer Ansicht nach erschüttern könnten, dann könnten wir diesen (geldpolitischen) Wert" innerhalb des gesamten Ratings senken, teilte S&P mit.
Der Schritt kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Bei einem EU-Gipfel Ende dieser Woche sollen weitreichende Reformen auf den Weg gebracht werden, mit denen die Staatsverschuldungskrise in der Währungsunion gelöst werden soll. In jüngster Zeit hatten sich Warnungen gehäuft, dass die Krise von den Peripherieländern der Euro-Zone auf den Kern - und damit Länder wie Frankreich und Deutschland - überzugreifen beginnt. Sie müssen das Gros der Kosten für die Rettung von Staaten wie Griechenland schultern.

Teil 2: "...so lange die EZB der Sauerei kein Ende macht"

  • FTD.de, 05.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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