Gross bezweifelt, dass die USA ihr Schuldenproblem überhaut lösen kann. Seine Ausführungen verband er abermals mit scharfer Kritik an der amerikanischen Politik. Er sagte eine "trügerische" Abwertung des Dollar voraus und sprach von "Taschendiebstahl" bei den Sparern.
Der Pimco-Gründer ist seit Monaten auf einer Art Feldzug gegen die US-Politik, insbesondere attackiert er die Regierung und die Federal Reserve. Gross hatte die milliardenschweren Anleihekäufe der Fed mit einem Schneeballsystem verglichen. Dass sich die Länder mit Wachstum von Schulden befreien könnten, funktioniere nicht mehr. "Es gibt wie in einem Schneeballsystem keine Notwendigkeit, weitere Leichtgläubige zu finden. Sie (die US-Notenbank) wird die Schecks einfach selbst ausstellen. Ich frage: Hat es jemals ein dreisteres Schneeballsystem gegeben?" Co-Pimco-Chef Mohamed El-Erian warf der US-Regierung vor, ihre Schulden weginflationieren zu wollen.
Gross machte folgende Rechnung auf: Zu den 9100 Mrd. Euro Verbindlichkeiten aus laufenden Krediten - nur die Washingtons, also ohne Bundesstaaten und Städte - kämen notwendige Gelder für Sozialprogramme von 66.000 Mrd. Dollar hinzu. Würden sie korrekt im Etat verbucht, würde die Verschuldung bei fast 500 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Damit stellten die USA das Land, dass die Euro-Zone ins Wanken brachte, locker in den Schatten: "We're out-Greeking the Greeks", schreibt Gross, was so viel heißt wie. "Wir sind griechischer als die Griechen."
In seinem Outlook verglich der Pimco-Gründer US-Parlamentarier mit dem Zeichentrick-Stinktier Pepe le Skunk. Der Fondsmanager untersuchte die Ausgabenstruktur der USA und kam zu dem Schluss, dass die Politiker ohnehin kaum Chancen hätten, die Haushaltslage zu verbessern. Denn nicht auf gesetzlichen Verpflichtungen basierende - also quasi freiwillige - Ausgaben machten nicht einmal ein Viertel des Gesamtbudgets aus, wenn die Militärkosten herausgerechnet würden.