Das Eurosymbol vor der Europäischen Zentralbank (EZB) spiegelt sich in einer Pfütze
Im Kern geht es darum, dass die 17 Euro-Notenbanken künftig in größerem Umfang als bisher bestimmte Kreditforderungen als Sicherheiten annehmen können. Laut EZB-Ratsbeschluss vom 8. Dezember sollen die Notenbanken im Rahmen der Mindeststandards individuell entscheiden, welche Arten von Forderungen sie als Sicherheiten akzeptieren und welche Qualitätsanforderungen gelten.
Dabei soll auch das Ausfallrisiko bei der nationalen Notenbank verbleiben - und nicht auf andere Euro-Währungsinstitute umverteilt werden. Allerdings muss sich der EZB-Rat auf die gemeinsamen Mindeststandards einigen. FTD-Informationen zufolge gab es im Vorfeld zur Sitzung am Donnerstag Streit zwischen der Bundesbank, die für strenge Standards eintritt, und der Mehrheit der Zentralbanken, die laschere Regeln wollen.
Die Pläne zeigen, wie sehr die Euro-Krise die Notenbanken dazu zwingt, zur Stützung der Währungsunion immer größere Risiken einzugehen. Dass künftig national unterschiedliche Regeln erlaubt sein sollen, stellt zudem die einheitliche Geldpolitik im Währungsraum infrage. Notenbankvertreter, die diesem Trend kritisch gegenüberstehen, sprachen von einer "Balkanisierung der Euro-Zone".
Der Euro-Zonen-Experte Jürgen Michels von der US-Großbank Citi warnte vor zusätzlichen Risiken für die Euro-Zone, da "im Fall der Insolvenz einer nationalen Zentralbank und des dazugehörigen Staates die Belastungen auf das Euro-System zurückfallen würden". Eine solche Entwicklung ist in Griechenland vorstellbar.