Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins den vierten Monat in Folge unverändert. Nach zwei gewaltigen Liquiditätsspritzen von insgesamt 1000 Mrd. Euro ist unter den Notenbanken eine Debatte über einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik entbrannt. Für eine Leitzinserhöhung ist es nach Auffassung der meisten Experten aber noch zu früh. Zwar hat sich die Lage an den Finanzmärkten seit dem ersten Dreijahreskredit der EZB im Dezember gebessert, die Euro-Schuldenkrise ist aber nicht gebannt. So sind die Refinanzierungskosten Spaniens seit Anfang März wieder gestiegen.
Einen Ausstieg aus den Krisenprogrammen der EZB fordert vor allem die Bundesbank. Ihr Präsident Jens Weidmann fürchtet, die Lockerung der Sicherheitsstandards für die Vergabe von Krediten an die Geschäftsbanken könnte den Notenbanken der Euro-Zone Verluste bescheren.
Zudem wies Weidmann wiederholt auf Inflationsgefahren hin: Die Immobilienpreise in Deutschland sind im vergangenen Jahr bereits kräftig gestiegen. Auch der hohe Ölpreis ist nach Auffassung vieler Experten zum Teil auf Spekulation zurückzuführen, die durch das billige Notenbankgeld beflügelt wird.