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Merken   Drucken   03.01.2012, 16:22 Schriftgröße: AAA

Trotz Schuldenkrise: Starinvestor Rogers glaubt an den Euro

Zahlreiche Hedge-Fonds wetten auf einen Verfall der Währung. Der ehemalige Kompagnon von Investorenlegende George Soros hält dagegen - und warnt vor Gold.
Der Rohstoff-Investor Jim Rogers setzt auf eine Erholung des Euro . Spekulationen auf einen Untergang der Gemeinschaftswährung seien übertrieben, sagte Rogers am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich glaube, der Euro wird in der einen oder anderen Form überleben." Die Zahl der an US-Terminmärkten abgeschlossenen Wetten auf einen Kursverfall erreichte laut einem Bericht der "Financial Times" kurz vor Weihnachten ein Rekordhoch.
Jim Rogers gründete 1970 zusammen mit George Soros den Quantum-Fonds   Jim Rogers gründete 1970 zusammen mit George Soros den Quantum-Fonds
Laut einem Bericht der US-Terminbörsenaufsicht CFTC vom 27. Dezember überstieg die Zahl der Kontrakte, mit denen Hedge-Fonds und andere Finanzinvestoren auf fallende Kurse setzen, die Wetten auf einen Kursanstieg um 127.900.
Tatsächlich rutschte der Euro in der vergangenen Woche um ein halbes Prozent ab. Am Dienstag übersprang die Gemeinschaftswährung erstmals seit einer Woche wieder die Marke von 1,30 Dollar. Gute Konjunkturdaten aus China dämpften die Furcht vor einer neuen Weltwirtschaftskrise.
Auch mit Blick auf Agrarrohstoffe zeigte sich Rogers trotz der Konjunkturabkühlung in Europa optimistisch. Von Gold riet er dagegen ab: "Meiner Ansicht nach könnte der Goldpreis auf 1200 bis 1300 Dollar fallen", sagte der 69-Jährige. Noch vor zwei Jahren hatte er dem gelben Edelmetall einen Kursanstieg auf bis zu 2000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) prophezeit.
"Korrektur überfällig"
Nachdem der Goldpreis im September auf ein Rekordhoch von gut 1900 Dollar geklettert war, rechnet Rogers jetzt aber mit einer Korrektur. "Der Preis steigt seit elf Jahren, was für jede Form von Anlage sehr ungewöhnlich ist, deshalb ist eine Korrektur überfällig." Nach Veröffentlichung des Interviews zog der Goldpreis aber kräftig an: Die Feinunze verteuerte sich zeitweise um 1,4 Prozent auf 1590 Dollar.
Der Preisanstieg bei Gold geht zum Teil auf den Rückgang des Dollar-Kurses zurück. Der Greenback gab am Dienstag nicht nur zum Euro, sondern auch gegenüber den meisten anderen Handelswährungen nach. Da Gold überwiegend in Dollar notiert ist, nutzten Investoren außerhalb der USA den Kursverfall für Zukäufe, was wiederum den Preis in die Höhe trieb.
Der steigende Goldpreis macht aber gleichzeitig deutlich, dass auf den Märkten weiterhin große Nervosität herrscht: Die Nachfrage nach dem Edelmetall wird vor allem vom Streben nach Sicherheit getrieben. Dass Rogers einen Preisrückgang auf 1200 bis 1300 Dollar prophezeit, ist also ein Zeichen von Optimismus - genau wie seine Zuversicht in den Euro.
15:54:12 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Euro 1,2529 USD   -0,05%  -0.00059
Gold 1567,85 USD   +0,73%  11.38
  • FTD.de, 03.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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