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Merken   Drucken   07.02.2011, 17:23 Schriftgröße: AAA

Trotz Unruhen: Anleger leihen Ägypten Milliarden

Das angeschlagene Mubarak-Regime sammelt bei einer Schatzwechsel-Auktion umgerechnet 1,6 Mrd. Euro ein. Das Land muss dafür allerdings extrem hohe Zinsen bieten. Das ägyptische Pfund fällt auf ein Sechsjahrestief.
Trotz der ungelösten politischen Krise in Ägypten haben Investoren der Regierung umgerechnet 1,6 Mrd. Euro anvertraut. Die Zentralbank in Kairo platzierte am Montag Schatzwechsel im Wert von 13 Mrd. ägyptischen Pfund am Markt, 2 Mrd. weniger als zunächst geplant. Sie musste das Vertrauen der Anleger allerdings teuer erkaufen: Die Zinsen fielen so hoch aus wie seit zwei Jahren nicht.
Die Zukunft Mubaraks ist weiter ungewiss. Dennoch entspannt sich ...   Die Zukunft Mubaraks ist weiter ungewiss. Dennoch entspannt sich die Lage an den Märkten.
Für Investitionen in Dreimonatspapiere forderten die Anleger laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg eine Rendite von 10,97 Prozent, 1,47 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Auktion. Auf Sechsmonatspapiere fiel ein Zinssatz von 11,5 Prozent an, ein Plus von 0,86 Prozentpunkten. Die Rendite auf Schatzwechsel mit einer Laufzeit von neun Monaten stieg um 1,20 Punkte auf 11,65 Prozent.
Diese Zinssätze liegen deutlich höher als die Renditen auf neunjährige Staatsanleihen in Dollar, die am Montag auf dem Sekundärmarkt auf 6,21 Prozent zurückgingen. Anleger rechnen offenbar kurzfristig mit einer erheblichen Abwertung des ägyptischen Pfund, als Ausgleich für dieses Risiko verlangen sie auf in dieser Währung notierte Schuldtitel höhere Renditen.
Dass die grundsätzliche Zahlungsfähigkeit Äfyptens nicht kritischer eingeschäftzt wird, zeigt ein Blick auf die Kreditausfallderivate (CDS) für in Dollar begebene Anleihen. Sie sanken laut dem Datendienstleister CMA um 27 auf 339 Basispunkte. Damit kostete es 339.000 Dollar, Anleihen im Wert von 10 Mio. Dollar ein Jahr lang gegen einen Zahlungsausfall abzusichern.
Nach Verhandlungen von Vizepräsident Omar Suleiman mit Vertretern der Opposition hatte sich die Lage in Ägpyten am Wochenende ein wenig beruhigt. Davon profitierten auch die Aktienkurse ägyptischer Unternehmen, die an der Londoner Börse gelistet sind: Die Anteile der Commercial International Bank Egypt verteuerten sich in der Spitze um 4,8 Prozent auf 6,48 Dollar. Aktien des ägyptischen Bauunternehmens Orascom Construction Industries legten um fünf Prozent auf 42,70 Dollar zu. Die Börse in Kairo ist seit dem 28. Januar geschlossen. Ihre ursprünglich für Dienstag geplante Wiedereröffnung wurde auf Sonntag verschoben.
Ägyptisches Pfund
Das ägyptische Pfund fiel am Montag um 0,3 Prozent auf ein Sechsjahrestief. Ein Dollar kostete am Nachmittag 5,953 Pfund. Internationale Investoren nutzten die erste Gelegenheit seit einer Woche, um ihre Pfund-Bestände abzubauen. Bereits am Sonntag hatten einheimische Anleger die Wiedereröffnung der ägyptischen Banken zum Anlass genommen, sich von der eigenen Währung zu trennen.
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Die anhaltende Anspannung auf den Märkten wurde auch am Ölpreis deutlich. Der meistgehandelte Terminkontrakt der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montagvormittag zeitweise um 1,07 Dollar auf 100,90 Dollar pro Barrel (159 Liter). Hintergrund ist die Befürchtung, die Unruhen in Ägypten könnten die Öltransporte durch den Sueskanal behindern. Durch diesen Kanal wird Öl vom Nahen Osten Richtung Europa verschifft. Auch die parallel dazu verlaufende Suez-Mediterranean-Pipeline (Sumed) wird von Ägypten kontrolliert.

Teil 2: OPEC schürt Preisspekulationen

  • FTD.de, 07.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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