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  FTD-Serie: Vermögensplanung leicht gemacht

Ein Vermögen aufbauen, erhalten und im besten Falle vermehren - das ist nicht nur für institutionelle Investoren wie Stiftungen oder Pensionskassen ein schwieriges Unterfangen. Viele private Anleger trauen sich dies nicht zu und greifen auf die professionelle Hilfe von Vermögensverwaltern zurück. Im FTD-Special beleuchten wir den Markt der professionellen Asset-Manager, erläutern die dazu gehörigen Instrumente und geben Tipps, was man ansonsten in Sachen Vorsorgeplanung beachten sollte.

Merken   Drucken   11.05.2010, 10:40 Schriftgröße: AAA

Vermögensverwaltung: Was Anleger beim Bondhandel beachten müssen  

Die Schuldenkrise der Staaten hat sich zugespitzt - und die Geld-Brief-Spannen vieler Staatsanleihen haben neue Höchststände erreicht. FTD.de erklärt, wie sich Privatanleger verhalten sollten. von Dennis Kremer
Sabine Traub ist schon lange im Geschäft, aber solche Zahlen bekommt selbst die Leiterin des Anleihehandels an der Börse Stuttgart nur selten zu Gesicht: "Eine Geld-Brief-Spanne im zweistelligen Bereich ist außergewöhnlich." Als Geld-Brief-Spanne, im Fachjargon auch Spread genannt, bezeichnen Bondexperten die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem Anleger eine Anleihe kaufen können (Briefkurs), und dem Kurs, zu dem sie die Anleihe veräußern können (Geldkurs).
In normalen Börsenzeiten überschreitet die Spanne bei den meisten Staatsanleihen aus dem Euro-Raum die Grenze von einem Prozentpunkt nicht, aber derzeit ist die Lage an den Bondmärkten alles andere als normal: Die Griechenland-Krise lässt nicht nur die Renditen hellenischer Bonds nach oben schnellen, sondern auch die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs in ungeahnte Höhen klettern. Ende April notierte der Spread einiger griechischer Anleihen bei mehr als 20 Prozentpunkten, und auch bei anderen Bonds aus dem südeuropäischen Raum ist er trotz der jüngsten EU-Rettungsbemühungen immer noch hoch. Bei einzelnen portugiesischen Staatsanleihen zum Beispiel liegt er nach Daten der Börse Stuttgart aktuell bei fast vier Prozentpunkten, für manch spanischen Staatsbond bei fast zwei Prozentpunkten.
Die Ausweitung des Spreads ist auch für Privatanleger ein wichtiges Signal. Denn beim Kauf von Anleihen spielt die Höhe der Geld-Brief-Spannen eine entscheidende Rolle. Sie legt nicht nur fest, was ein Investor für eine Anleihe zahlen muss und was er beim Verkauf erhielte, sondern sie zeigt zudem an, wie gut ein bestimmter Bond aktuell handelbar ist. "Privatinvestoren sollten die Geld-Brief-Spanne in keinem Fall ignorieren", sagt Klaus Schuchardt, Rentenhändler der Baader Bank in Düsseldorf. "Das gilt besonders in diesem Jahr, wo die Anleihekurse äußerst schwankungsanfällig sind."
Am jüngsten Anstieg der Geld-Brief-Spanne griechischer Staatsanleihen lässt sich gut ablesen, wie stark Bondinvestoren immer noch eine Pleite in Südeuropa fürchten. In der Spitze liegt der Spread einiger hellenischer Bonds aktuell weiterhin bei mehr als vier Prozentpunkten, am vergangenen Freitag notierte er gar im Schnitt bei rund 4,6 Prozentpunkten. "Je höher die Spanne ist, umso schlechter ist eine Anleihe in der Regel handelbar", erklärt Rentenexpertin Traub. Denn Geld- und Briefkurs bilden Angebot und Nachfrage bei einem Bond ab: Will die Mehrzahl der Marktakteure wie nach der jüngsten Herabstufung Griechenlands Hellas-Anleihen loswerden, aber kaum jemand die Papiere erwerben, klafft zwischen den Preisvorstellungen der potenziellen Bondkäufer und -verkäufer eine deutliche Lücke, die Geld-Brief-Spanne nimmt also zu. Privatanleger, die griechische Staatsanleihen im Depot haben und sie nicht bis zur Fälligkeit halten wollen, müssen wissen: Zurzeit können sie die Bonds lediglich mit einem deutlichen Kursabschlag verkaufen. Ihre Papiere sind, wie es in der Börsensprache heißt, nur wenig liquide.

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