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Merken   Drucken   27.12.2011, 06:56 Schriftgröße: AAA

Währungsabkommen: China und Japan schmieden Devisenpakt

Die beiden asiatischen Länder wollen ihre Währungen Renminbi und Yen ohne Umweg über den Dollar handeln. Für die Währungsräume von Dollar und Euro ist das ein harter Schlag.
© Bild: 2011 reuters
Die beiden asiatischen Länder wollen ihre Währungen Renminbi und Yen ohne Umweg über den Dollar handeln. Für die Währungsräume von Dollar und Euro ist das ein harter Schlag. von Christian Kirchner  Frankfurt
China und Japan streben künftig einen direkten und liquiden Handel ihrer Währungen Yen und Renminbi untereinander an. Zudem plant Japan künftig den Kauf chinesischer Staatsanleihen, was bisher regulatorisch kaum möglich war. Das gaben der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda und der chinesische Premierminister Wen Jiabao am Montag im Anschluss an ein Treffen der beiden Regierungschefs in Peking bekannt.
Der Pakt zwischen der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt würde bei einer konsequenten Umsetzung die Rolle des US-Dollar als Weltleitwährung schwächen, da beide bislang rund 60 Prozent ihres Handels untereinander - im Jahr 2010 waren das rund 340 Mrd. Dollar (260 Mrd. Euro) - über den Umweg des Dollar abwickeln. Der Hintergrund: Die chinesische Währung ist nicht frei konvertierbar, sondern an den Dollar gebunden.
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Der im Zuge der allmählichen Liberalisierung der chinesischen Währung geschmiedete Pakt schmerzt die Mitglieder der Euro-Zone wie auch die USA auch im Hinblick auf die eigene Schuldenlast: Sowohl die USA als auch die Euro-Staaten sind mehr denn je auf die Bereitschaft anderer Länder angewiesen, auch künftig massenhaft Dollar- und Euro-Staatsanleihen zu kaufen. Hier ruhen große Hoffnungen auf China und Japan, die zusammen rund 4500 Mrd. Dollar Devisenreserven besitzen und diese weitgehend in US-Dollar, aber kaum wechselseitig in Yen beziehungsweise dem Renminbi halten können.
China und Japan hatten sich in den vergangenen Wochen auch eher reserviert gezeigt, in größerem Umfang als bisher Euro-Staatsanleihen zu kaufen. Beide fühlen sich zudem unwohl mit der Abhängigkeit vom Dollar, die um so größer wird, je höher sie eigene Devisenreserven aufgrund von Exportüberschüssen auftürmen.
"Angesichts des schieren Handelsvolumens der beiden größten asiatischen Volkswirtschaften untereinander ist dieses Abkommen weit wichtiger als alle anderen Währungsabkommen, die China in den Vergangenheit abgeschlossen hat", sagte Ren Xianfang, Ökonom bei IHS Global Insight in Peking gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Öffnet China den eigenen wachsenden Markt für chinesischen Staatsanleihen für seinen östlichen Nachbarn, hätte Japan eine Alternative zu Dollar  und Euro. Der Renminbi  gilt vor allem aufgrund seines Aufwertungspotenzials zum US-Dollar und Euro als attraktive Anlagewährung, nachdem die chinesische Regierung sich seit Jahren mit Macht gegen eine stärkere Aufwertung von mehr als zwei bis vier Prozent pro Jahr stemmt, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Export zu protegieren.
Daher trachten vor allem die Notenbanken von Ländern mit hohen Devisenreserven seit Jahren danach, statt in Dollar und Euro auch in den Renminbi direkt oder Renminbi-Vermögenswerte zu investieren, stoßen dabei aber dank der chinesischen Lenkung nur auf ein sehr begrenztes Angebot. So verdreifachte sich zwar nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg in diesem Jahr das Emissionsvolumen von in Renminbi denominierten Anleihen in Hongkong. Insgesamt summierte es sich jedoch auf umgerechnet lediglich 18 Mrd. Dollar.
Japan wird nun im kommenden Jahr formal beantragen, chinesische Anleihen kaufen zu dürfen, und zunächst "eine kleine Summe" in Renminbi-Anleihen investieren, wie am Montag aus japanischen Regierungskreisen verlautete.
Mit Bloomberg
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  • Aus der FTD vom 27.12.2011
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