FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Anleihen + Devisen » IWF will den Dollar-Berg abtragen

Merken   Drucken   21.10.2009, 14:37 Schriftgröße: AAA

Weltleitwährung: IWF will den Dollar-Berg abtragen  

Tausende Milliarden Dollar haben Staaten rund um den Globus als eiserne Währungsreserve in ihren Tresoren gebunkert. Vor allem exportstarke Schwellenländer sichern sich auf diese Weise ab. Dem Internationalen Währungsfonds wird das jetzt zu bunt. von Christian Kirchner  Frankfurt
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will ein Programm einführen, das seine Mitgliedsstaaten vom Auftürmen von Devisenreserven abhält. Das Programm könne einer Versicherung ähneln, so dass die Länder sich nicht durch den Aufbau eigener Reserven vor Krisen und Kapitalabflüssen absichern müssten, sagte IWF-Vize John Lipsky.
Viele exportstarke Schwellenländer bauen seit Jahren immer höhere Reserven an ausländischen Devisen auf - meist in der Weltleitwährung US-Dollar. Die Rücklagen - sie summieren sich derzeit laut IWF-Daten auf rund 4200 Mrd. $ - gelten als eine der Ursachen für die Finanzkrise, da die hohe Nachfrage nach dem US-Dollar aus den Schwellenländern die Kapitalmarktzinsen in den USA lange Zeit auf niedrigem Niveau hielt und so die Kreditvergabe sowie die Immobilienspekulation zusätzlich befeuert hat.
Mit ihren hohen Reserven wollen die Länder autark werden für den Fall von Krisen, die aufgrund der dann gestiegenen Risikoaversion in der Regel mit einem schnellen und dramatischen Abfluss von Kapital ausländischer Investoren einhergeht. Ein Mangel an ausländischen Devisen gilt als einer der wichtigsten Gründe für die Asienkrise in den 90er-Jahren.
Die Reserven entstehen aber auch, weil viele Länder sich mit aller Macht gegen eine Aufwertung ihrer eigenen Währung stemmen - indem sie ihre eigenen Exportüberschüsse in ausländischen Devisen anlegen. Das hohe Angebot an der heimischen Währung an den Devisenmärkten verhindert eine Aufwertung oder drückt gar deren Kurs - was aus Sicht der Schwellenländer erwünscht ist: Eine schwache Inlandswährung stimuliert den Export, weil die Güter zu gleichen Erlösen in der eigenen Währung im Ausland billiger angeboten werden können.
So kletterten die Reserven Taiwans und Südkoreas im abgelaufenen dritten Quartal um knapp 40 Mrd. $. Für China liegen zwar keine Daten zum dritten Quartal vor, allein im zweiten Quartal addierte das Land jedoch weitere 178 Mrd. $ zu seinen Devisenreserven hinzu, die sich inzwischen auf rund 2200 Mrd. $ belaufen. Da China als besonders exportstarkes Land seine Währung an den Dollar gebunden hat, zwingt es anderen asiatischen Ländern indirekt ähnliche Maßnahmen auf, wenn diese wettbewerbsfähig bleiben wollen.
Künftig müssten sich laut Lipsky die Rollen aber ändern. "Die Länder mit Überschüssen müssen den Wechsel auf eine stärkere Inlandsnachfrage forcieren", erklärte er in einem weiteren Interview mit dem Sender CNBC.
  • FTD.de, 21.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6300,3  [-15.59 -0,25%
  Euro Stoxx 50 2147,84  [-8.68 -0,40%
  Dow Jones 12488,96  [-40.79 -0,33%
  Nasdaq Composite 2832,35  [-7.03 -0,25%
  Euro 1,25265 USD  [-0.00084 -0,07%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote