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Merken   Drucken   05.02.2009, 13:25 Schriftgröße: AAA

Zinsschritt der Notenbank: Bank of England senkt auf ein Prozent  

Der Bankensektor am Boden, die Hauspreise im freien Fall: Großbritannien durchläuft eine schwere Rezession. Die Bank of England muss sich dem Abschwung entgegenstemmen - und senkte den Leitzins auf historisch niedriges Niveau. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Die Bank of England (BoE) nähert sich unaufhaltsam dem Nullzins. Am Donnerstag senkte die Zentralbank den Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,0 Prozent. Das ist das tiefste Niveau in ihrer rund 315-jährigen Geschichte. "Angesichts steigender Arbeitslosigkeit geraten die Währungshüter unter Druck, ganz auf Null zu gehen", sagte David Tinsley, Volkswirt bei der National Australia Bank und ehemaliger Mitarbeiter der BoE.
"Die Weltwirtschaft befindet sich in einem scharfen Abschwung. Im vierten Quartal fiel das Bruttoinlandsprodukt in den Industriestaaten stark. Zudem scheint sich das Wachstum in den Schwellenländern stark abgeschwächt zu haben", hieß es in der Mitteilung der BoE. Die Notenbank räumte ein, dass die Wirkung der Geldpolitik aktuell eingeschränkt sei, verwies aber trotzdem auf einen positiven Effekt der vergangenen Zinssenkungen. Den erneuten Schritt begründete sie mit der großen Gefahr, dass das Preisziel von zwei Prozent mittelfristig deutlich unterschritten werden könnte. Das Pfund legte nach dem Zinsentscheid zu, die Aktienmärkte zeigten sich unbeeindruckt.
Großbritannien befindet sich in einer historischen Krise. Das Bankensystem liegt im Zuge der Kreditkrise darnieder: Nachdem bereits die Hypothekenbank Northern Rock verstaatlicht werden musste, erwarb die Regierung auch einen Mehrheitsanteil an der Royal Bank of Scotland  (RBS), die sich mit der Übernahme des niederländischen Kreditinstituts ABN Amro verhoben hatte. Spekulationen über gewaltige Kapitalspritzen für das Bankensystem und einer Verstaatlichung weiterer Banken wie Barclays  ließ die Furcht vor einem Staatsbankrott wachsen, was wiederum dem Pfund zusetzte. Die Währung verlor in den vergangenen sechs Monaten 34,7 Prozent zum Dollar, 12,2 Prozent zum Euro und 62,5 Prozent zum Yen.

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  • FTD.de, 05.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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