Das zeigt eine Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vorstellte. Die beliebtesten Anlageformen seien Sparbuch, Bausparvertrag und Lebensversicherung. Zu risikoreicheren Investments wie Aktien griffen die Bürger meist erst dann, wenn sie ihren Bedarf an Sicherheit und Liquidität gedeckt hätten. Die meisten Haushalte (48 Prozent) verfügen dem DIW zufolge über zwei bis drei verschiedene Anlageformen. Portfolios aus vier und mehr Anlagearten seien wesentlich seltener (18 Prozent).
"Bemerkenswert ist, dass das Portfolio jedes fünften Haushalts lediglich aus einem einzigen Anlageprodukt besteht", sagte Nataliya Barasinska, eine Mitautorin der Studie. Viele private Anleger würden das Potenzial der Diversifikation nicht erkennen und nutzten es deshalb nicht entsprechend. Sie rief die Politik dazu auf, mehr für die finanzielle Bildung der Privatanleger zu tun.
Widersprüche zwischen Ziel und Strategie
"Die Anleger mit der geringsten Risikobereitschaft haben in den seltensten Fällen ein breit gestreutes Anlageportfolio", sagte Barasinska. Umgekehrt hätten Anleger, die sich selbst als risikofreudig bezeichneten, eher ein komplett diversifiziertes Portfolio.
Die jüngsten Ereignisse auf den Finanzmärkten hätten deutlich gezeigt, dass in einer Krise Titel derselben Anlageart gleichermaßen unter Druck geraten können, heißt es in der Studie. "Eine Diversifizierung über die Anzahl der Wertanlagen innerhalb derselben Anlagegruppe reicht also zur Minimierung der Risiken nicht aus", so die Autoren. Wichtig sei eine möglichst breite Anlagestreuung. "Dabei können Anleger, die am wenigsten bereit sind, Risiken einzugehen, gemäß der Portfoliotheorie von der breiten Diversifizierung besonders profitieren."