Viele Privatanleger steigen erst in den Markt ein, wenn die Kurse hoch sind, und verlieren beim Absturz umso mehr. Zermürbt von den Verlusten flüchten sie in sichere Anlageklassen, um feststellen zu müssen, dass sie die nächste Rally verpassen. Dann beginnt das Spiel von vorn.
Der Glaube an die Fähigkeit, den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt an der Börse zu finden, ist weit verbreitet - auch unter Profis. Letztlich basiert die gesamte Fondsindustrie auf dem Versprechen, besser zu sein als der Markt. Dazu bemühen die Manager entweder die Charttechnik, oder sie achten auf Fundamentalkennzahlen wie Dividendenrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Volatilität. Doch lassen sich Wendepunkte wirklich vorherbestimmen?
Martin Weber, Wirtschaftsprofessor an der Universität Mannheim, hat darauf eine klare Antwort: "Es ist nicht möglich, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen." Seine Botschaft lautet: Der Kursverlauf ist Zufall, weder die Chart- noch die Fundamentalanalyse kann die künftige Entwicklung vorwegnehmen.