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Merken   Drucken   05.09.2011, 18:11 Schriftgröße: AAA

Ausverkauf: Schwarzer Montag für den DAX

Rezessionsangst und Euro-Krise jagen den deutschen Leitindex über fünf Prozent in die Tiefe. An allen europäischen Börsen purzeln die Kurse, angeführt von Bankaktien. Das Geld landet in Bundesanleihen, deren Preise auf Rekordhöhen klettern - und Gold steigt auf 1900 Dollar.
Der DAX  ist am Montag auf ein Zweijahrestief gefallen. Der deutsche Leitindex schloss 5,3 Prozent im Minus bei 5246 Zählern. Die Furcht vor einer neuen Rezession und ein heftiger Streit der Regierung in Athen mit ihren internationalen Kreditgebern führten europaweit zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten. Besonders hart traf es Bankaktien, die zusätzlich durch Milliardenklagen in den USA und Berichte über eine Untersuchung der britischen Aufsichtsbehörden belastet wurden.
Kursinformationen und Charts
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Der Stoxx 600 Banks schloss 5,5 Prozent im Minus. Er fiel damit deutlich stärker als der branchenübergreifende Stoxx 600 , der rund vier Prozent nachgab.
Die Stimmung erreichte ihren Tiefpunkt, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) am Nachmittag eine Verdopplung ihrer umstrittenen Anleihekäufe in der vergangenen Woche bekanntgegeben hatte. Sie erwarb Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder im Wert von 13,3 Mrd. Euro. Da die Kurse der Papiere am Montag trotzdem fielen, befielen Anleger Zweifel an der Wirksamkeit des Kaufprogramms. Der Euro  fiel zeitweise unter die Marke von 1,41 Dollar - zum ersten Mal seit Anfang August.
Anleger schichteten ihr Geld in sichere Staatsanleihen und Gold um: Bundesanleihen waren am Montagmorgen so teuer wie noch nie. Im Gegenzug fielen die Renditen unter 1,9 Prozent, ein Rekordtief. Sinkende Renditen gehen bei Anleihen mit steigenden Kursen einher, signalisieren also eine hohe Nachfrage. Auch die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen notierten unter zwei Prozent. Gold, für viele Anleger der Inbegriff von Sicherheit, verteuerte sich um ein Prozent auf rund 1900 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).
Nach schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA am Freitag verschreckte ein Einbruch des Einkaufsmanagerindex' für Dienstleistungen in China die Börsen: Das Konjunkturbarometer fiel nach Angaben des Marktforschungsinstiuts Markit im August von 53,5 auf 50,6 Zähler. Das deutet darauf hin, dass der Dienstleistungssektor in China im vergangenen Monat so langsam wuchs wie noch nie. Der Leitindex Shanghai Composite brach um zwei Prozent ein und schloss bei einem 14-Monatstief von 2475 Punkten.
Die trüben Wachstumsaussichten setzten auch in Europa konjunktursensiblen Titeln kräftig zu: Infineon -Aktien fielen um mehr als sieben Prozent. Die Titel der Autohersteller Daimler  und BMW  sowie des Stahlproduzenten ThyssenKrupp  brachen um mehr als sechs Prozent ein.
Größter Verlierer im deutschen Leitindex war aber die Deutsche Bank : Die Aktie ging nach Berichten über Untersuchungen der britischen Finanzaufsicht zu Hypothekengeschäften des Instituts mit einem Minus von knapp neun Prozent aus dem Handel.
Finanztitel führen die Talfahrt an
Noch härter traf es die britischen Banken: Die Titel der Royal Bank of Scotland  fielen zeitweise um mehr als zwölf Prozent, Barclays -Aktien um knapp sieben Prozent. Die Ratingagentur Moody's hatte am Sonntag bekräftigt, eine Herabstufung der großen Institute werde geprüft. Der britische Leitindex FTSE 100  fiel um mehr als drei Prozent.

Teil 2: Sorge um Refinanzierung der Banken

  • FTD.de, 05.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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