Die Preistafel an einer Tankstelle in Bremen zeigt am Freitag, 24. Juni 2005, Benzinpreise in Rekordhöhe
Die "Berliner Zeitung" berichtete unter Berufung auf Zahlen des MWV, dass im ersten halben Jahr im Inland noch 2,05 Millionen Tonnen Ottokraftstoff abgesetzt wurden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von fünf Prozent. "Der Rückgang ist stärker als erwartet ausgefallen", sagte MWV-Sprecherin Barbara Meyer-Buckow.
Die Benzinpreise in Deutschland haben in den vergangenen Jahren wegen höherer Steuern und Rohölpreise stark angezogen. Ökonomen befürchten einen weiteren Anstieg auf bis zu 1,40 Euro pro Liter Benzin noch in diesem Jahr. "Erst Anfang kommenden Jahres kann man sich wieder Hoffnungen auf sinkende Ölpreise und damit auf billigeres Benzin machen", sagte der Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank, Michael Heise, der "Bild am Sonntag". Grund sei die anhaltend hohe Nachfrage, besonders aus China, fügte Heise hinzu. "Auch die politischen Spannungen des Westens mit dem Iran wirken sich negativ aus."
Weiterer Absatzrückgang erwartet
Es sei davon auszugehen, dass in Zukunft der Benzinabsatz noch weiter abnehme, sagte Meyer-Buckow. Auch Diesel verkauft sich deutlich schlechter als im Vorjahr: Die MWV-Statistik weist für das erste Halbjahr noch einen Gesamtabsatz von 2,48 Millionen Tonnen aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 1,5 Prozent.
Der MWV sieht mehrere Gründe für den schleppenden Kraftstoff-Absatz. "Angesichts der hohen Preise fahren die Leute sparsamer und bewusster", sagte Meyer-Buckow. Wer einen Neuwagen kaufe, wähle in der Regel sparsamere Modelle. Den Tankstellenbetreibern in den Grenzregionen mache auch der anhaltende Tanktourismus zu schaffen.
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