Der
Dax brach um 7,1 % auf 5387 Punkte ein - der tiefste Schlussstand seit Juli 2006. Das ist zudem der größte Tagesverlust seit dem 21. Januar 2008. Zeitweise hatte er rund 9 % verloren und bei nur noch 5292,84 Punkten notiert. Der
Stoxx 50 sank um 7,4 %. Der Pariser
CAC 40 verlor 9 %, in London gab der
FTSE 100 um 7,9 % nach. Alle nationalen Aktienindizes in Europa brachen ein, 17 davon um mehr als 5 %. In Russland musste der Handel drei Mal unterbrochen werden, der MICEX schloss um rund 19 % leichter.
Die Aneinanderreihung von Beinahekatastrophen sorgte an den europäischen Märkten für anhaltendes Entsetzen: In der Nacht zum Montag musste die Bundesregierung gemeinsam mit den Banken ein neues Rettungspaket für den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer
Hypo Real Estate (HRE) schnüren.
Die Rettungspakete verpuffen
Die Nervosität an den Börsen wurde dennoch nicht geringer. Auch das US-Rettungspaket zeigte kaum stabilisierende Wirkung. Händler sagten, dass es bereits in den Kursen eingepreist gewesen sei. Die US-Notenbank Fed kündigte deshalb zusätzliche Maßnahmen an, um die Liquiditätsversorgung der angeschlagenen Geld- und Kreditmärkte sicherzustellen. Ansgar Krekel, Aktienhändler bei der WGZ-Bank sagte, die Stimmung sei so schlecht wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Er sprach von einem totalen Vertrauensverlust an den Märkten.
Rezessionssorgen verschärften die Krise an den Aktienmärkten und drückten den Ölpreis unter 90 $ pro Barrel (159 Liter) der Sorte WTI. Der Euro notierte auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Der Devisenmarkt sorge sich, dass in Europa eine weitere Runde der Finanzmarktkrise eingeläutet worden sei, schrieben Commerzbank-Analysten.