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27.01.2012, 08:34
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Börsenausblick:
Ackermann-Optimismus verpufft
Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann rechnet nicht mit einer Pleite Griechenlands. Anleger halten sich zum Wochenschluss dennoch zurück. Neben schwachen Vorgaben rücken eine italienische Bond-Auktion sowie US-Daten in den Vordergrund.
von Franz-Georg Wenner
Bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands zeichnet sich allmählich ein Konsens zwischen den verschiedenen Parteien ab. Nach Darstellung des Internationalen Bankenverbandes IIF wurden am Donnerstag Fortschritte erzielt. Heute sollen die Gespräche, vor allem im Hinblick auf technische und juristische Fragen, fortgesetzt werden. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der zugleich Vorsitzende des IIF ist, rechnet nicht mit einer Pleite Griechenlands. "Ich glaube, wir haben großes Interesse, in den nächsten Tagen eine Lösung zu finden", sagte Ackermann dem Fernsehsender CNBC.
Kursinformationen und Charts
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DAX
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6843,87 |
[-64.31] |
-0,93% |
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Dow Jones
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12938,67 |
[-27.02] |
-0,21% |
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Wenig Rückenwind erhält der
DAX hingegen von den Börsen in Übersee. Der
Dow Jones drehte nach schwachen Konjunkturdaten in der zweiten Handelshälfte in die Verlustzone und schloss um 0,2 Prozent auf 12.735 Punkten. Mit Verlusten von 0,6 Prozent auf 1318 Zählern fielen die Abschläge im marktbreiten S&P 500 etwas größer aus. Im Technologiesegment verlor der Nasdaq Composite um 0,5 Prozent auf 2805 Stellen. Auch in Tokio sorgten schwache Bilanzen wie die von NEC und Nintendo für Verluste. Der
Nikkei gab um 0,1 Prozent auf 8841 Zähler nach. Andere asiatische Handelsplätze profitierten hingegen noch von der Ankündigung der US-Notenbank Fed, die kurzfristigen Zinsen bis mindestens 2014 auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten.
Italien-Auktion und US-Daten
An den Devisenmärkten hat sich die Lage wieder beruhigt. Nachdem der
Euro am Donnerstag in Reaktion auf die Fed-Aussagen zwischenzeitlich auf ein Fünf-Monats-Hoch von 1,3184 Dollar gestiegen war, notiert die Gemeinschaftswährung am Morgen bei 1,31 Dollar. Für Bewegung wird eine Emission von italienischen Anleihen sorgen. Der hoch verschuldete Staat will mit kurzlaufenden Papieren insgesamt elf Milliarden Euro einnehmen. Die Renditen der zehnjährigen italienischen Papiere steht aktuell bei 6,096 Prozent. Zudem könnten neue Ergebnisse bei den Verhandlungen mit Griechenland jederzeit für heftige Reaktionen sorgen.
Am Nachmittag richtet sich der Blick dann in die USA. Neben Bilanzen von
Chevron oder
Procter & Gamble könnten einige US-Konjunkturdaten die Tagestendenz bestimmen. Im Fokus steht vor allem die erste Schätzung des US-BIP für das vierte Quartal sowie das Konsumklima der Uni Michigan.
DAX im Fokus
Nach Berechnungen von Banken wird der DAX rund 0,5 Prozent tiefer bei 6505 Zählern erwartet. Aussagen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zur aktuellen Lage des Instituts könnten zu Handelsbeginn den Kurs des Finanzhauses bewegen. Ackermann erwartet "ein anspruchsvolles Jahr", wie er dem "DAF" sagte. "Der Beginn war besser als das Ende des letzten Jahres, aber nicht so gut wie vor einem Jahr". Eine Kapitalerhöhung schloss er aus.
Aktien aus der Chipbranche wie
Infineon könnten von den Zahlen des
Apple -Konkurrenten Samsung profitieren. Die Südkoreaner steigerten dank einer riesigen Smartphone-Nachfrage im Schlussquartal 2011 den Betriebsgewinn um 76 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro und damit auf ein Rekordniveau. Die Aktien legten um mehr als ein Prozent zu.
Gegenwind droht hingegen Papieren aus dem Stahlsektor wie ThyssenKrupp. Der weltweit viertgrößte Stahlhersteller Nippon Steel rechnet wegen schwacher Exporte und gesunkener Preise für das im März endende Geschäftsjahr 2011/12 nur noch mit einem Vorsteuergewinn von 1,17 Mrd. Euro. Bisher wurden 1,76 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Nippon-Steel-Aktien gaben um 3,5 Prozent nach.
Mit Blick auf die angestrebte Fusion zwischen der Deutschen Börse und der NYSE schwindet nun auch bei den Managern der Börsenbetreiber das Vertrauen auf einen erfolgreichen Abschluss. Es gebe nur noch "ein Fünkchen Hoffnung", dass der Zusammenschluss von den EU-Wettbewerbshütern gebilligt werde, sagte NYSE-Chef Duncan Niederauer der "FT".
Die Deutsche Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.
Lufthansa -Beschäftigten am Boden, bei Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo erhalten ab dem 1. Januar 2012 3,5 Prozent mehr Gehalt. Die Einigung soll nach Angaben der Kranichlinie für rund 33.000 Beschäftigte gelten.
Blick auf die Nebenwerte
In der zweiten Reihe könnte es bei den Aktien von
EADS und
OHB zu deutlicheren Kursreaktionen kommen. Nach Informationen der "VDI nachrichten" hat OHB auch den zweiten Auftrag für den Bau von Galileo-Satelliten gewonnen und damit die EADS-Tochter Astrium ausgestochen.
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages
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FTD.de, 27.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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