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Merken   Drucken   22.06.2012, 08:27 Schriftgröße: AAA

Börsenausblick: Aktienmärkten droht Ausverkauf

Schlechte Vorgaben aus den USA und Asien sowie die Herabstufung von mehr als einem Dutzend Großbanken machen es dem deutschen Aktienmarkt schwer: Der DAX wird mit deutlich im Minus erwartet.

Schlechte Vorgaben und verstärkte Konjunktursorgen dürften am deutschen Aktienmarkt für einen schwachen Handelsauftakt am Freitag sorgen. IG Markets taxierte den DAX  am Morgen 0,92 Prozent tiefer bei 6.285 Punkten. Anhaltend schwache Wirtschaftsdaten und der Kater der Anleger nach dem Nein der US-Notenbank zu einer weiteren Runde Quantitativer Erleichterung (QE3) sorgen für Druck auf risikobehaftete Anlagen wie Aktien, sagte Stan Shamu von IG Markets. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones  Industrial verlor 1,12 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag wegen der wieder erstarkten Sorgen um eine Abschwächung der Weltkonjunktur.

Auch die asiatischen Märkte und insbesondere China tendieren wieder schwach, wobei Rohstoffwerte besonders unter Druck stehen. Das dürfte auch zu einem kleinen Ausverkauf bei deutschen Aktien führen, so Shamu. Im Tagesverlauf könnte vor allem das ifo-Geschäftsklima für Bewegung sorgen. Zudem treffen sich die EU-Finanzminister in Luxemburg.

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Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas von ihren starken Verlusten seit Wochenmitte erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur August-Lieferung 89,77 US-Dollar. Das waren 54 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI  stieg um 28 Cent auf 78,48 Dollar. Allein seit Mittwoch haben die Ölpreise um rund sechs Dollar nachgegeben. Im Jahreshoch hatte Rohöl im März rund 30 Dollar mehr gekostet als aktuell. Ausschlaggebend für die Abschwächung seither sind Konjunktursorgen, insbesondere wegen der europäischen Schuldenkrise, was die Öl-Nachfrage spürbar belasten könnte.

Von Unternehmensseite stehen zum Wochenausklang am Freitag nur wenige Punkte auf der Agenda. Tipp24  lädt seine Aktionäre zur Hauptversammlung ein. Cancom, Catoil und Strabag  werden nach ihren Hauptversammlungen ex Dividende gehandelt.

Der Pharmakonzern Bayer  darf sein neues Thrombose-Mittel Xarelto vorerst in den USA nicht für Herzpatienten auf den Markt bringen. Die Arzneimittelbehörde FDA sprach sich gegen das Medikament aus. Bayer kündigte am späten Donnerstagabend an, zusammen mit dem US-Kooperationspartner Johnson & Johnson  die Fragen der FDA zu beantworten. Der Wirkstoff soll weltweit Umsätze von mehr als zwei Milliarden Euro erwirtschaften, teilte Bayer mit.

Im Abwehrkampf gegen den ungebetenen Milliardär Carlos Slim hat der niederländische Telekom-Konzern KPN  einen Rückschlag erlitten. Der vom Investor kontrollierte Mobilfunkkonzern America Movil sicherte sich am Donnerstag nach eigenen Angaben die Kontrolle über knapp 21 Prozent an KPN. Der Mexikaner will seinen Anteil an KPN noch auf bis zu 27,7 Prozent ausbauen. KPN ist die Offerte von acht Euro je Aktie zu niedrig.

Der Konzern hatte seinen Aktionären empfohlen, das 3,25 Milliarden Dollar schwere Angebot auszuschlagen. Mit einem Teilausstieg bei der deutschen Tochter E-Plus wollte KPN eigentlich den Investor abschütteln, der groß bei den Niederländern einsteigen will. E-Plus ist die Cash-Cow von KPN - ohne die Deutschland-Tochter wäre der Konzern für Slim viel weniger attraktiv.

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Die Ratingagentur Moody's hat, wie angekündigt, weitere 15 Großbanken schlechtere Bonitätsnoten verpasst. Dazu zähle auch die Deutsche Bank , teilte die Agentur am Donnerstag mit.

Das Rating für langfristige Schuldtitel des deutschen Geldhauses sei auf A2 von zuvor AA3 gesenkt worden. Der Ausblick sei stabil. Zahlreiche weitere Institute in Europa und den USA, darunter Morgan Stanley , Credit Suisse , UBS , HSBC  und Goldman Sachs  fielen ebenfalls der Herabstufung zum Opfer. Große Überraschungen gab es dabei jedoch nicht.

Quelle: Agentur

Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages

  • FTD.de, 22.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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