An den europäischen Aktienmärkten steht am Donnerstag der seit Tagen mit Spannung erwartete EU-Gipfel im Fokus. Schon seit Tagen halten sich die Anleger zurück. Der DAX legte am Mittwoch zwar 1,5 Prozent auf 6228 Punkte zu. Doch mochten Händler angesichts der extrem dünnen Umsätze darin keinen Trend erkennen. Der DAX wird zum Handelsstart leichte 0,3 Prozent fester bei 6242 Punkten erwartet. Danach dürfte alles vom Verlauf des Gipfels abhängen.
Das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs beginnt am Nachmittag in Brüssel. Einigkeit herrscht über einen "Pakt für Wachstum und Beschäftigung", der den Märkten aber nicht reicht. Für Streit dürfte der Plan zum Ausbau der Euro-Zone zu einer Fiskalunion sorgen. Frankreich und die angeschlagenen südlichen Euro-Staaten fordern schnelle Schritte in Richtung einer gemeinsamen Haftung, was von Deutschland abgelehnt wird.
Der Euro hat sich am Donnerstag im fernöstlichen Handel vor Beginn des mit Spannung erwarteten EU-Gipfels zur Schuldenkrise leicht verbessert. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,2490 Dollar nach einem New Yorker Schlusskurs von 1,2469 Dollar. Die Ölpreise legten ebenfalls etwas zu, was neben der besseren Stimmung an den Märkten vor allem an den neuen US-Konjunkturdaten liegt, die zuletzt überwiegend positiv überraschten.
Die anhaltenden Probleme bei der US-Tochter der Deutschen Telekom haben zu einem Wechsel an der Spitze geführt. Nach gerade einmal 17 Monaten als Chef von T-Mobile USA tritt Philipp Humm zurück. Das amerikanische Mobilfunkgeschäft ist eine der größten Baustellen des Unternehmens. Für die Entwicklung des DAX-Konzerns ist es daher eine der wichtigsten Aufgaben, eine Lösung für die Tochter zu finden - zum Beispiel durch die Kooperation mit anderen Anbietern, einen Verkauf oder einen Teilbörsengang. Ursache für die erneute Suche ist der geplatzte Verkauf von T-Mobile USA für 39 Mrd. Dollar an AT&T.
Der Industriegaskonzern Linde will laut einem Pressebericht den Sauerstoffgeräte-Produzenten Lincare übernehmen. Wie die Financial Times in einem Blog berichtet, habe Linde im Bieterrennen die Nase vorn und könnte mindestens 3,4 Milliarden Dollar bieten. Der französische Linde-Rivale Air Liquide und eine namentlich nicht weiter genannte Beteiligungsgesellschaft hätten ebenfalls Interesse an Lincare.
Wegen zunehmender Anwohnerproteste gegen den Ausbau deutscher Flughäfen setzt die Lufthansa in Zukunft auf den Einsatz größerer Flugzeuge. Das sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der "Rheinische Post". Auf die Frage, wie die Lufthansa mit Blick auf das neue Nachtflugverbot in Frankfurt und das Aus für die dritte Startbahn in München künftig noch wachsen wolle, sagte er: "Mit Ausnahmen wird das perspektivisch mit größeren Flugzeugen erfolgen." Es mache nachdenklich, 'dass sich in der Bundesrepublik inzwischen ein sehr problematisches Klima gegen Infrastrukturprojekte aufbaut. Nicht nur in München', sagte Lauer. " Zum angekündigten Abbau von 2500 Lufthansa-Arbeitsplätzen in Deutschland deutete Lauer eine Verlagerung von Jobs ins Ausland an.
Die Wuppertaler Beteiligungsfirma Gesco erwartet nach Rekordzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr auch für das laufende Jahr 2012/2013 ein leichtes Umsatzwachstum. Der Erlös solle von 415 Millionen Euro auf 430 Millionen Euro steigen, teilte das SDAX-Unternehmen am Donnerstag mit. Den Überschuss erwartet Gesco bei rund 20,5 Millionen Euro und damit leicht niedriger als 2011/2012 mit 22,6 Millionen Euro. Im ersten Quartal sei der Umsatz um 7,1 Prozent auf 106,8 Millionen Euro gestiegen, teilte die auf den Erwerb mittelständischer Werkzeug- und Maschinenbauer spezialisierte Gruppe weiter mit. Der Auftragsbestand habe zum Ende des Quartals mit rund 192 Millionen Euro auf Rekordniveau gelegen. Gesco will die Zahlen am Vormittag auf einer Pressekonferenz näher erläutern.
Nach dem Facebook -Debakel an der Wall Street ist in Malaysia der weltweit zweitgrößte Börsengang des Jahres geglückt. Die Aktien des staatlichen Palmölkonzerns Felda Global schossen an ihrem ersten Handelstag 20 Prozent in die Höhe. Mit diesem Börsendebüt überraschte Felda am Donnerstag die Experten, die ein Plus von zehn Prozent erwartet hatten. Der Konzern sammelte bei den Investoren 3,1 Milliarden Dollar ein und eroberte damit den Spitzenplatz der diesjährigen Börsengänge in Asien - und den zweiten Platz weltweit nach Facebook.
Quelle: Agentur
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages