Zum Wochenauftakt hatten Spekulationen auf Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur und Eindämmung der Euro-Krise den Leitindex 1,3 Prozent höher bei 6774 Zählern schließen lassen. Das turnusmäßige EZB -Ratstreffen findet am Donnerstag statt, einen Tag, nachdem die Fed ihr zweitägiges Zusammenkommen beendet. An der Wall Street hatten sich die Anleger am Montag dagegen zurückgehalten. Der Dow-Jones-Index schloss wenig unverändert mit 13.073 Punkten. Der S&P 500 gab 0,1 Prozent, der Nasdaq-Composite knapp 0,4 Prozent nach. Der japanische Aktienmarkt lag am Dienstag im Plus, der Nikkei-Index rückte um gut ein Prozent vor. In China notierte der Shanghai-Index 0,2 Prozent im Minus. Den DAX erwarten Banker am Morgen rund 0,2 Prozent höher auf 6.795 Punkten.
Neben den Zentralbanken dürften auch die Zahlen zahlreicher DAX-Konzerne für Aufmerksamkeit sorgen. Die Deutsche Bank veröffentlicht ihren vollständigen Quartalsbericht, auch Bayer und Metro geben Einblicke in ihre Bücher. Auf der Tagesagenda stehen am Vormittag zudem Arbeitsmarktdaten und Einzelhandelsumsätze, bevor am Nachmittag aus den USA die persönlichen Einkommen und Ausgaben und der Chicago Einkaufsmanagerindex neue Impulse geben dürften.
Die Commerzbank setzt die Aufräumarbeiten in der Bilanz fort: Deutschlands zweitgrößte Bank gab am Montagabend bekannt, sich von der ukrainischen Tochter Bank Forum zu trennen. Zugleich gab die Bank einen ersten Einblick in den jüngsten Geschäftsverlauf und teilte mit, im ersten Halbjahr 2012 mit einem operativen Ergebnis von rund 1 Mrd. Euro zu rechnen. Davon entstammten rund 450 Mio. dem zweiten Quartal. Im ersten Halbjahr 2011 hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von 1,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis vor Steuern werde im zweiten Quartal rund 350 Mio. und im ersten Halbjahr rund 900 Mio. Euro betragen, hieß es weiter.
Die Deutsche Bank will die neuen Kapitalanforderungen (Basel III) für Finanzinstitute weiter ohne Kapitalerhöhung stemmen. Die Kernkapitalquote solle Anfang 2013 inklusive aller bekannten Vorgaben bei 7,2 (Ende Juni 10,2) Prozent liegen. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Präsentation für Analysten hervor. Das wäre genug, um die Auflagen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen - aber weiter deutlich weniger als zahlreiche Konkurrenten. Die größte deutsche Bank wird von Experten immer wieder dafür kritisiert, dass sie zu wenig Kapital für ihre Risiken zurückhält. Viele Analysten halten deshalb eine Kapitalerhöhung für notwendig. Die Deutsche Bank will die neuen Kapitalanforderungen weiter vor allem durch den Abbau von Risikogeschäften und einbehaltenen Gewinnen schaffen.
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im zweiten Quartal vor allem dank seines Sparkurses und Preiserhöhungen einen Gewinnzuwachs verzeichnet. Der Gewinn nach Minderheiten sei im Zeitraum April bis Juni auf 184 Millionen Euro (Vorjahr: 159 Millionen Euro) gestiegen. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) legte um 7,1 Prozent auf 698 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte um 11,4 Prozent auf 3,781 Milliarden Euro. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Baustoffkonzern.
Der Halbleiterkonzern Infineon schlägt nach einem Quartals-Gewinnrückgang und unsicheren Aussichten einen Sparkurs ein. In den Monaten April bis Juli sei der Gewinn gegenüber dem Vorquartal um ein Viertel auf 82 Millionen Euro geschrumpft, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Umsatz habe bei 990 Millionen Euro in etwa stagniert. Durch die Konjunkturkrise lägen die Umsätze unterhalb der Planung.
Der Handelskonzern Metro hat im zweiten Quartal dank Preissenkungen seinen Umsatz leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Erlöse um 1,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zu, teilte der Konzern am Dienstag mit. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank der Gewinn von 267 auf 70 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte legte er hingegen um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro zu. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich stand für die Metro ein Verlust nach Anteilen Dritter von 20 Millionen Euro. Im Vorjahr war noch ein Plus von 40 Millionen Euro erzielt worden. Dennoch sei im Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatzanstieg zu rechnen.
Der Grafitspezialist SGL hat sein Gewinnziel für dieses Jahr gekippt und damit seine Anleger verprellt. Im frühen Geschäft von Lang & Schwarz rutschten die Aktien am Dienstag mit einem Abschlag von 4,3 Prozent ans MDAX-Ende. Das Unternehmen erwartet für 2012 jetzt nur noch einen Betriebsgewinn (Ebit) auf Höhe des Vorjahres bei etwa 160 Millionen Euro. Bislang hatte Konzernchef Robert Koehler für 2012 einen Anstieg des operativen Gewinns in Aussicht gestellt. "Auch wenn man weiß, dass es bei vielen Firmen derzeit nicht so rund läuft, kam das doch überraschend", sagte ein Händler.
Die Porsche-Muttergesellschaft (PSE) präsentiert heute um 11 Uhr die Bilanz für das erste Halbjahr 2012. Die Zahlen werden mit Spannung erwartet, da der Wolfsburger Autobauer Volkswagen nur wenig später die restlichen Anteile am Porsche-Sportwagengeschäft übernehmen will. Derzeit gehört der PSE davon noch gut die Hälfte. Zudem hält die Muttergesellschaft gut 50 Prozent der VW-Stammaktien. Die PSE war 2009 mit dem spektakulären Versuch gescheitert, den viel größeren VW-Konzern aus Wolfsburg zu übernehmen. Der geplatzte Zusammenschluss hatte dem Porsche-Konzern zuletzt noch kräftig auf die Bilanz gedrückt. Unter dem Strich verbuchte die Holding 2011 nur 59 Millionen Euro Gewinn.
Die Schweizer Großbank UBS sieht nach einem schwachen zweiten Quartal keine kurzfristige Belebung des Geschäfts. Auch mittel- und langfristig bleibt das Institut vorsichtig und will die Risiken bis 2016 stärker reduzieren als bislang bekannt. Zwischen April und Ende Juni lief es in allen Bereichen schlecht - dazu kam eine Belastung von 349 Millionen Schweizer Franken durch den verpatzten Facebook-Börsengang, an dem die Schweizer beteiligt waren. Unter dem Strich brach der Gewinn um 58 Prozent auf 425 Millionen Schweizer Franken (rund 354 Mio. Euro) ein. Die Schweizer machen zudem wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage.
Quelle: Agentur
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages