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15.02.2012, 08:31
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Börsenausblick:
DAX testet die 6800er-Marke
Die stockenden Verhandlungen mit Griechenland scheinen die Anleger kaum noch zu interessieren. Vor allem aus Asien kommen starke Vorgaben für den Handelsauftakt. Unter dem Strich ist eine gestiegene Risikobereitschaft zu erkennen.
von Franz-Georg Wenner
Die Rettung Griechenlands ist wieder ein Stück wieder ein Stück weiter in die Ferne gerückt. Wie Athen die geforderte Sparsumme von 3,3 Mrd. Euro nicht vollständig bis in Details nachweisen kann, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker ein für heute angesetztes Treffen der Finanzminister ab und berief nur eine Telefonkonferenz ein. Juncker bemängelte vor allem, dass er von den griechischen Parteien nicht wie gewünscht eine Zusicherung über die Umsetzung des Sparprogramms erhalten hat. Aber es gibt auch leicht hoffnungsvolle Signale. Nach der Regierung in Peking bekräftigte nun auch die chinesische Zentralbank ihre Bereitschaft für ein stärkeres Engagement im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise.
Tokio im Hausse-Modus
Kursinformationen und Charts
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DAX
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6339,94 |
[24.05] |
+0,38% |
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Dow Jones
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12454,83 |
[-74.92] |
-0,60% |
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Die Vorgaben von den US-Börsen fallen wenig inspirierend aus. Der
Dow Jones schloss nach einer Rally in der letzten Handelsstunde nahezu unverändert bei 12.878 Punkten und damit auf dem Niveau zum Xetra-Schluss in Frankfurt. Der technologielastige Nasdaq Composite beendete den Handel ebenfalls unverändert bei 2932 Zählern. Ganz anders die Lage in Asien: Der Nikkei haussierte um 2,3 Prozent auf 9260 Punkte. Händler verwiesen vor allem auf die überraschende geldpolitische Lockerung durch die japanische Notenbank vom Vortag. In den nächsten Monaten sei sogar damit zu rechnen, dass der Nikkei die Marke von 10.000 Punkten knacken werde, meinte Analyst Yasuo Sakuma.
Auch an den Devisen- und Rohstoffmärkten zeigt sich zur Wochenmitte eine gestiegene Risikobereitschaft. Der
Euro legt um 0,4 Prozent auf 1,317 Dollar zu. Öl der Sorte Brent kostet mit 118,13 Dollar rund 0,66 Dollar mehr als am Vortag. Gold steht 0,4 Prozent höher, für Silber geht es um 0,3 Prozent aufwärts. Der Bund-Future wird 0,2 Prozent tiefer bei 138,21 Prozent gesehen.
DAX im Fokus
In Frankfurt scheinen sich die Investoren an der guten Stimmung in Asien zu orientieren. Der
DAX wird rund ein Prozent höher bei 6794 Punkten erwartet. Das bisherige Jahreshoch liegt bei 6838 Zählern.
Aktien aus dem Finanzsektor könnten unter dem Einfluss der Zahlen von
BNP Paribas stehen. Die französische Großbank musste wegen ihres Griechenland-Engagements eine Halbierung beim Gewinn hinnehmen. Dennoch fiel der Nettogewinn für das Schlussquartal 2011 mit 765 Mio. Euro deutlich höher aus als erwartet. Zudem erfüllte die Bank nach eigenen Angaben bereits die strengeren Kapitalvorgaben der europäischen Aufsicht bereits sechs Monate vor Inkrafttreten.
Anleger sollten auch die Aktien von
Infineon im Blick behalten. Der Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé fordert mehr als 1,7 Mrd. Euro vom Chipkonzern. Seiner Meinung nach hat Infineon bei der Auslagerung der Tochter teure Fehler gemacht. Die Aktie gab im späten Geschäft am Dienstag um gut vier Prozent nach, erholt sich aber vorbörslich bereist wieder vom Kursrutsch.
Blick auf die Nebenwerte
Die Krise in Nordafrika sowie der harte Wettbewerb im Frachtgeschäft haben
TUI die Auftaktbilanz verhagelt. Europas größter Reisekonzern meldete für das erste Quartal einen Anstieg beim Verlust von 89 Prozent auf 88 Mio. Euro. Analysten hatten mit einem Minus von 123 bis 167 Mio. Euro gerechnet. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September rechnet der Konzern weiterhin ein moderates Plus bei Umsatz und operativem Gewinn. Gute Nachrichten gibt es hingegen zum lange betriebenen Verkauf der Hapag-Lloyd-Anteile: TUI veräußert 17,4 Prozent der Anteile an ein Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Stadt Hamburg. Anleger honorieren die lang herbeigesehnte Transaktion mit vobörslichen Gewinnen der TUI-Aktie von knapp fünf Prozent.
Im Kleinwertesegment
SDAX präsentierte
MVV Energie durchwachsene Zahlen. Wegen eines Kraftwerksschaden und dem milden Winter sank das bereinigte operative Ergebnis des Versorgers um 19 Prozent auf 74 Mio. Euro. Der Umsatz legte hingegen um sieben Prozent auf rund eine Mrd. Euro zu. Der Ausblick für Umsatz und operatives Ergebnis wurde bestätigt.
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages
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FTD.de, 15.02.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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