09.02.2010, 08:21
Börsenausblick: Gefangen im Abwärtssog
Die schwache Entwicklung der Wall Street nach Handelsschluss in Europa dürfte auch den Dax wieder Richtung Süden drücken. Nach wie vor belasten die Sorgen um die Finanzlage einzelner Staaten der Eurozone die Märkte.
von Franz-Georg Wenner
Die schwache Entwicklung der Wall Street nach Handelsschluss in Europa dürfte am Dienstagmorgen auch den Dax wieder Richtung Süden drücken. Händler verwiesen vor allem auf den Dow Jones, der erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 10.000 Punkten den Handel beendete. Wesentliche Fundamentaldaten werden heute nicht erwartet, so dass die Sorgen um die Finanzlage einzelner Staaten der Eurozone weiterhin das dominierende Thema bleiben.
In Tokio fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,2 % auf 9932 Punkte und schloss damit auf einem neuen Zwei-Monats-Tief.
Dax im Fokus
Der Dax wird vorbörslich um 0,3 % tiefer bei 5469 Punkten gehandelt. Der Future auf den Dow Jones verlor seit Xetra-Schluss am Montag um 0,5 %.
Finanzwerte dürften zu Handelsbeginn vom Zahlenwerk der UBS bewegt werden. Der Schweizer Branchenkollege erzielte nach vier Verlustquartalen in Folge im Schlussquartal 2009 einen Gewinn von 1,205 Mrd. Franken. Unter dem Strich lag der Jahresverlust bei 2,7 Mrd. Franken nach mehr als 21 Mrd. Franken in 2008.
Eon steht nach Angaben der "FTD" kurz vor dem Verkauf wesentlicher Teile der Datenverarbeitungstochter Eon IS. "Ab Mitte Februar sind die Interessenten eingeladen, ihre Angebote abzugeben", sagte der Sprecher. Eon trennt sich von einem Geschäft mit 400 Mio. Euro Umsatz und bis zu 1600 Mitarbeitern.
Blick auf die Nebenwerte
Der Kranbauer
Demag Cranes wurde wie erwartet auch in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres hart von der Wirtschaftskrise getroffen. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember sank der Gewinn um rund drei Viertel auf 4,4 Mio. Euro, der Umsatz um fast ein Drittel auf 208,6 Mio. Euro. Unter dem Strich lag das Unternehmen damit im Rahmen der Erwartungen. Für das Gesamtjahr rechnet Demag Cranes mit einem rückläufigen Umsatz und einer operativen Ebit-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Positiv überraschte am Dienstagmorgen Heidelberger Druck. Für das dritte Quartal gab der Druckmaschinen-Hersteller einen Verlust von elf Mio. Euro bekannt und schlug damit die Erwartungen der Analysten. Auch der Auftrageingang entwickelte sich positiv und stieg überraschend von 560 auf 609 Mio. Euro.
Erfreuliche Zahlen präsentierte auch
Qiagen . Das Biotechunternehmen steigerte 2009 seinen Umsatz um 13 % auf 1,01 Mrd. $ und knackte damit erstmals die Marke von eine Milliarde $. Auch der Anstieg beim bereinigten Gewinn von 22 % auf 200 Mio. $ lag über den Schätzungen. Im laufenden Jahr will Qiagen seinen Umsatz auf 1,12 bis 1,17 Mrd. $ ausbauen.
Aktien der zuletzt arg gebeutelten Solarbranche könnten sich heute erneut volatil zeigen. Berichten zufolge will die Union die umstrittene Kürzung der Solarförderung um zwei Monate hinausschieben. Damit würde der garantierte Abnahmepreise für Strom aus Sonne von Hausdächern erst zum 1. Juni statt zum 1. April sinken, allerdings um 16 statt der geplanten 15 %, schreibt die "Mitteldeutsche Zeitung".
Teil 2: Blick auf die Börsen in Übersee
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FTD.de, 09.02.2010
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