Die Vorgaben aus den USA fallen recht konstruktiv aus. Der Dow Jones legte zum Wochenschluss um 0,2 Prozent auf 13.228 Punkte zu, auf Wochensicht gewann der Leitindex damit 1,5 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500-Index lag mit 0,2 Prozent im Plus bei 1.403 Punkten und schloss damit zum ersten Mal seit Anfang April wieder über der Marke von 1.400 Zählern. An der technologielastigen Nasdaq stieg der Composite-Index um 0,6 Prozent auf 3.069 Punkte und baute damit das Plus seit Jahresbeginn auf 17,8 Prozent aus. Die Börse in Tokio blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.
Investoren seien wieder bereit, etwas mehr Risiko zu tragen, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Ein Händler sieht die Stimmung auch durch neue Impulse für Wachstum und Beschäftigung in Europa vom Wochenende verbessert. Kanzlerin Angela Merkel will bis zum EU-Gipfel im Juni eine europäische 'Wachstumsagenda' vorlegen.
DAX im Fokus:
Der Start in die neue feiertagsbedingt verkürzte Handelswoche dürfte recht ruhig ausfallen. Am Nachmittag könnte der Chicago Einkaufsmanagerindex aus den USA Bewegung bringen. Banken sehen den deutschen Leitindex rund 0,6 Prozent höher bei 6840 Punkten.
Die Papiere von Bayer , BASF , Continental und Dürr werden am Montag mit Dividendenabschlag gehandelt. Bayer schüttet an seine Aktionäre 1,65 Euro je Aktie aus, BASF 2,50 Euro, Conti 1,50 Euro und der im März in den MDAX aufgestiegene Anlagenbauer Dürr 1,20 Euro.
Zu den Gewinnern dürften die Aktien von Adidas zählen. Der Sportartikelhersteller ist stärker als erwartet in das neue Jahr gestartet und hat zugleich die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Demnach dürfte der Konzernumsatz 2012 währungsbereinigt um annähernd zehn Prozent steigen, teilte Adidas am Montag überraschend mit. Beim Konzerngewinn wird mit einem Anstieg von zwölf bis 17 Prozent gerechnet. Bislang hatte Adidas beim Umsatz eine Steigerung von 5 bis 9 Prozent und beim Gewinn von 10 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt. Der Start in das Jahr lief für Adidas zum Teil deutlich besser als erwartet. Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu. Der Konzerngewinn stieg auch aufgrund einer niedrigeren Steuerquote um 38 Prozent auf 289 Millionen.
Die Deutsche Lufthansa steht weiter unter Druck. Mehrere Aufsichtsräte hegen nach Angaben des "Spiegel" Bedenken gegen den geplanten Wechsel von Ex-Konzernchef Mayrhuber an die Spitze des Aufsichtsrats im kommenden Jahr. Kritische Töne kommen auch von der Flugbegleitergewerkschaft UFO. "Die Belegschaft und die Öffentlichkeit werden massiv verunsichert", kritisierte die Gewerkschaft die Kommunikationsstrategie des DAX -Konzerns, der einzelne Maßnahmen seines Sparprogramms nur scheibchenweise mitteile: "Dabei entsteht aus Gewerkschaftssicht zu viel Raum für Spekulationen."
Daimler hat sich nach Angaben der Branchenzeitung 'Automobilwoche' für den Fall einer feindlichen Übernahme gewappnet. Dazu habe das Unternehmen Maßnahmen vorbereitet, die einen Weiterbetrieb des Konzerns erschweren beziehungsweise zu einer Beendigung wichtiger strategischer Kooperationen führen könnten. Angebliche Ausstiegspläne des größten Einzelaktionärs bei Daimler, Abu Dhabi, hatten jüngst für Wirbel gesorgt.
Der Siemens -Konzern will seine Lichttochter Osram bei dem geplanten Börsengang nicht vollständig aus der Hand geben. Das Unternehmen strebe mindestens eine Sperrminorität an, sagte Vorstandschef Peter Löscher der 'Welt am Sonntag'. 'Wir wollen in die Minderheit gehen, aber einen Anteil halten, der oberhalb von 25 Prozent liegt.'
Im Tarifkonflikt bei der Telekom ist die kleinste von drei Baustellen - die Bonner Zentrale - durch eine erfolgreiche Schlichtung abgeschlossen. Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi betonten aber am Samstag, die vereinbarten 6,5 Prozent mehr Gehalt in drei Stufen ließen sich nicht auf die beiden viel größeren Konzernteile T-Systems und Telekom Deutschland GmbH übertragen. Neuer Ärger könnte der Telekom auch von der Bundesnetzagentur drohen. "Wir gehen Hinweisen nach, dass die Telekom die Anschlüsse 'Call&Surf IP' und 'Entertain IP' nur verkaufen soll, wenn der Kunde Router der Telekom benutzt", bestätigte ein Behördensprecher am Samstag einen Vorabbericht der 'Wirtschaftswoche'.
Die Aktien von ThyssenKrupp haben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz zuletzt mehr als ein Prozent hinzugewonnen. Händler verwiesen auf einen 'Handelsblatt'-Bericht, wonach die kartellrechtliche Prüfung des Kaufs der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum durch den finnischen Edelstahlkonzern Outokumpu bis September oder Oktober dauern dürfte. Es werde voraussichtlich eine vertiefte Prüfung durch die Europäische Kommission geben, sagte Vorstandschef Mika Seitovirta dem Blatt. Outokumpu will Inoxum für 2,7 Milliarden Euro übernehmen. Die Nachricht könnte die Grundstimmung für die Aktie leicht belasten, kommentierte ein Händler.
Blick auf die Nebenwerte
Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall will seine Autosparte KSPG einem Pressebericht zufolge möglichst im Juni an die Börse bringen. Derzeit gebe es Gespräche mit einschlägigen institutionellen Investoren, um deren Resonanz zu testen, berichtete die 'Börsen-Zeitung' (Samstag) unter Berufung auf Finanzkreise. Als Lead Manager seien Deutsche Bank , Commerzbank und Bank of America beauftragt worden.
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages