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Merken   Drucken   14.02.2012, 08:27 Schriftgröße: AAA

Börsenausblick: Moody's bringt Krisen-Angst zurück

Die Ratingagentur Moody's äußerte Zweifel an der Bonität zahlreicher europäischer Staaten. Der DAX wird zum Handelsauftakt mit Verlusten erwartet. Anleger müssen zudem einige Bilanzen verarbeiten. von Franz-Georg Wenner
Die Stimmung auf dem Parkett dürfte am Dienstag ähnlich wie die Temperaturen in Deutschland wieder deutlich frostiger werden. Nach der Abstufung einiger Euro-Länder durch die mächtige Ratingagentur Standard & Poor's Anfang Januar äußert nun auch deren kleinere Rivalin Moody's Zweifel an der Bonität einiger Staaten und sieht die Spitzenbonität Frankreichs, Großbritanniens und Österreichs in Gefahr. Zugleich wurde die Kreditwürdigkeit Italiens von "A2" auf "A3" herabgestuft und Spanien um zwei Ränge von "A1" auf "A3".
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Konkurrent Fitch stufte zugleich die Bonitätsnoten einiger spanischer Banken herab. Die Reaktion auf den Devisenmärkten fällt aber zunächst noch recht verhalten aus. Der Euro steht 0,1 Prozent tiefer bei 1,314 Dollar. Gegenüber dem japanischen Yen notiert die Gemeinschaftswährung unverändert bei 102,5 JPY. Der Ölpreis reagiert zunächst mit Verlusten. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 0,57 Euro weniger und steht bei 116,7 Dollar. Gesucht ist hingegen der "sichere Hafen" Staatsanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future steht 30 Ticks höher bei 138,6 Prozent.
Intervention in Japan
An den asiatischen Handelsplätzen reagierten die Börsen mit Verlusten. Vor allem die kritischen Äußerungen zu Großbritannien belasteten die Stimmung. "Der negative Ausblick für Großbritannien hat seinen Teil dazu beigetragen. Bisher galt das Land als ziemlich immun, weil es nicht zur Euro-Zone gehört." In Tokio wurden die Börsianer zudem von einer geldpolitischen Lockerung der Bank of Japan überrascht. Im Kampf gegen die Deflation wollen die Notenbanker ihre Anleihekäufe nochmals um knapp 100 Mrd. Euro aufzustocken. Der Nikkei kletterte um 0,6 Prozent auf 9052 Zähler.
An der Wall Street hatte die Zustimmung des griechischen Parlaments zuvor noch für Erleichterung gesorgt. Die wichtigsten Indizes bauten ihre Gewinne nach Handelsschluss in Europa noch ein wenig aus. Zur Schlussglocke notierte der Dow Jones um 0,6 Prozent höher auf 12.874 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite rückte um ein Prozent auf 2931 Stellen vor.
Konjunkturdaten liefern Impulse
Neben der Schuldenkrise sollten Anleger auch frische Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA im Auge behalten. In Deutschland wird am Vormittag der ZEW-Index veröffentlicht. Volkswirte rechnen mit einem neuerlichen Anstieg. Am Nachmittag kommen noch Zahlen zu den US-Einfuhrpreisen und Einzelhandelsumsätzen. Zudem will Italien heute einige Anleihen im Volumen von mehreren Mrd. Euro am Primärmarkt platzieren. Zuletzt hatte das Land von leicht rückläufigen Renditen profitiert.
DAX im Fokus
Banken sehen den DAX  vor Handelsbeginn rund 0,5 Prozent tiefer bei 6702 Punkten. Aktien von ThyssenKrupp  stehen nach Vorlage von Zahlen im Vordergrund. Der größte deutsche Stahlkonzern präsentierte für das Auftaktquartal einen Fehlbetrag von 357 Mio. Euro nach einem operativen Gewinn von 273 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld mit schwarzen Zahlen gerechnet. Auch einen Ausblick blieb der Konzern schuldig. Die Aktie verliert vorbörslich knapp fünf Prozent.
Deutsche Börse -Chef Reto Francioni will seine Aktionäre nach der geplatzten Fusion mit der NYSE mit einem Geldregen bei Laune halten. Der Schweizer kündigte eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie und eine Sonderdividende von einem Euro an. Die präsentierten Zahlen für 2011 fielen hingegen wenig berauschend aus. Im vergangenen Jahr verdoppelten die Frankfurter den Überschuss auf 849 Mio. Euro, während der Umsatz um sechs Prozent auf 2,23 Mrd. Euro anzog. "Die Sonderdividende und der Aktienrückkauf überwiegen das Ergebnis, das etwas schwächer ausgefallen ist als erwartet", sagte LBBW-Experte Martin Peter.
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Aktien von Merck könnten unter Druck geraten. Berichten zufolge hält der Konzern die Zulassung des Krebsmittels Erbitux gegen Lungentumore für unwahrscheinlich. Außerdem werden sinkenden Margen im Flüssigkristallgeschäft erwartet.
Eon  warnt wegen fehlender Stromnetz-Anschlüsse vor einem Baustopp für Offshore-Windkraftanlagen ab 2015. "Die Situation ist katastrophal", sagte Mike Winkel, Chef der Sparte 'Climate & Renewables', der "Berliner Zeitung" und ergänzte: "Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit."
Blick auf die Nebenwerte
Carl Zeiss Meditec  ist dank kräftiger Nachfrage aus Asien ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet und steigerte den Gewinn vor Zinsen und Steuern um 17,9 Prozent auf 28,3 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 13,5 Prozent auf 210,3 Mio. Euro. Einen konkreten Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr gab Firmenchef Ludwin Monz aber noch nicht bekannt.
Durchwachsene Nachrichten gibt es von Aurubis . Die Kupferhütte erzielte im ersten Quartal einen unerwartet kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung. Die Erlöse kletterten demnach um 15 Prozent auf 3,2 Mrd. Eiuro, der Gewinn legte sogar um 40 Prozent auf 136 Mio. Euro zu. Eine Fortsetzung auf dem hohen Niveau sei aber nicht zu erwarten, teilte Aurubis mit.

Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages

  • FTD.de, 14.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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