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09.02.2012, 08:33
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Börsenausblick:
Rege Nachfrage nach Commerzbank-Aktien
Die Aktienmärkte könnten sich heute wieder dynamischer präsentieren. Bei den Griechenland-Gesprächen könnte schon bald eine Lösung auf dem Tisch liegen. Zumindest vom Devisenmarkt kommen entsprechende Signale.
von Franz-Georg Wenner
Ständig neue Wasserstandsmeldungen aus Griechenland halten die Börsen weiterhin in Atem. Nach einer Marathonsitzung konnten sich die Parteispitzen der griechischen Übergangsregierung immer noch nicht auf die gesamten von EU und IWF geforderten neuen Sparmaßnahmen einigen. Die meisten Einschnitte sind zwar abgesegnet. Keine Einigung gab es jedoch bei der heftig umstrittenen Kürzung der Zusatzrenten. Das Land hat nun noch zwei Wochen Zeit, um Einsparmöglichkeiten über die restlichen 300 Mio. Euro zu benennen. Zugleich gibt es neue Hiobsmeldungen aus der Wirtschaft. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird für das laufende Jahr ein Einbruch der Wirtschaftsleistung von vier bis fünf Prozent erwartet.
Euro legt deutlich zu
Euro-Anleger haben offenbar keine Zweifel mehr an einer baldigen Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Die Gemeinschaftswährung wurde im asiatischen Handel mit Kursen von mehr als 1,33 Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Monaten taxiert. Die Abwertung des Greenback stützt zugleich die Rohstoffnotierungen: Gold steigt um 0,4 Prozent, Öl (Brent) um 0,31 Cent auf 117,51 Dollar.
Kursinformationen und Charts
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DAX
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6339,94 |
[24.05] |
+0,38% |
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Dow Jones
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12454,83 |
[-74.92] |
-0,60% |
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An den Aktienmärkten hielten sich die Investoren hingegen eher zurück. Der Nikkei gab um 0,2 Prozent auf 9002 Zähler nach. "Ich denke, dass es spätestens bei dem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone eine Einigung geben wird", sagte Katsunori Kitakura, Chefhändler bei Chuo Mitsui Banking and Trust. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat das Treffen am heutigen Abend einberufen. Aus China kamen hingegen zweideutige Signale. Die Inflationsrate stieg im Januar mit 4,5 Prozent stärker als erwartet. Dies könnte ein Zeichen für eine zügigere wirtschaftliche Erholung gedeutet werden aber auch als Indiz für eine restriktivere Geldpolitik, meinten Händler.
Von den US-Märkten kommen leicht positive Vorgaben. Zwar schloss der Dow Jones nur wenige Punkte höher bei 12.884 Punkten. Gegenüber dem Kurs zum Xetra-Schlussstand bei rund 12.828 Zählern legte der Index aber noch deutlich zu. Der S&P 500 rückte um 0,2 Prozent auf 1350 Punkte vor, der Nasdaq Composite stieg um 0,4 Prozent auf 2916 Stellen.
EZB unter Beobachtung
Neben dem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone sollten Anleger die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz im Blick behalten. Während der Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent bleiben dürfte, warten Investoren gespannt auf Signale der Notenbank im Hinblick auf eine Beteiligung am Haircut für griechische Bonds. Die Bank of England dürfte am Mittag den Leitzins ebenfalls nicht anpassen.
DAX im Fokus
Der
DAX wird rund 0,6 Prozent höher bei 6786 Punkten erwartet. Commerzbank-Aktien sind erneut mit Gewinnen von vier Prozent ganz oben zu finden.
Daimler bleibt dank Auto-Rekordverkäufen weiterhin auf der Überholspur. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 106,5 Mrd. Euro und lag damit deutlich über der von Vorstandschef Dieter Zetsche genannten Hürde von 100 Mrd. Euro. Unterm Strich verdiente der DAX-Konzern sechs Mrd. Euro, nach 4,67 Mrd. Euro ein Jahr zuvor.
HeidelbergCement profitierte im Schlussquartal 2011 von der weiterhin guten Nachfrage in den Schwellenländern und steigerte das Ebitda nach vorläufigen Daten um knapp sieben Prozent auf 639 Mio. Euro. Analysten hatten lediglich 564 Mio. Euro erwartet. Der Umsatz kletterte von Oktober bis Dezember um 14 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro. Endgültige Zahlen werden für den 15. März erwartet.
Die
Commerzbank wird wohl auch 2011 auf ihre stillen Einlagen des Bundes keine Zinsen zahlen. Nach Angaben des "Handelsblatt" sei nicht damit zu rechnen, dass die Bank nach den Bilanzregeln des HGB einen Gewinn ausweisen werde. Impulse für Finanzwerte kommen auch aus der Schweiz. Die Credit Suisse meldete für das vergangene Jahr einen Einbruch beim Reingewinn von 62 Prozent auf 1,95 Mrd. Franken. Die Dividende soll auf 0,75 Franken pro Aktie von 1,30 Franken im Vorjahr gekürzt werden. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang beim Jahresgewinn von 40 Prozent gerechnet. Besser lief es bei der ING. Der staatlich gestützte Finanzkonzern verdoppelte den Überschuss auf rund 5,8 Mrd. Euro und damit mehr als erwartet.
Blick auf die Nebenwerte
Hugo Boss bleibt weiter auf der Erfolgsspur und meldete für 2011 neue Höchstmarken bei Umsatz und Ergebnis. Die Erlöse legten demnach um 19 Prozent auf zwei Mrd. Euro zu, der Überschuss stieg um mehr als die Hälfte auf 284 Mio. Euro. Auch der Start in das neue Jahr scheint gelungen. Bis 2015 will der Konzern seinen Umsatz auf drei Mrd. Euro und sein operatives Ergebnis auf 750 Mio. Euro steigern.
Unter Beobachtung stehen auch die Aktien von
Rhön-Klinikum . Der private Krankenhausbetreiber steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um frei Prozent auf 2,63 Mrd. Euro und damit weniger als erwartet. Einen Ausblick für 2012 will das Unternehmen am Nachmittag bekannt geben.
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages
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FTD.de, 09.02.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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