Vorbörslich notiert der DAX rund 0,8 Prozent höher bei 6.300 Punkten. Der EU-Sondergipfel ging am Mittwochabend in Brüssel ohne grundlegende Einigungen zu Ende. Die von Frankreichs Präsident Francois Hollande diskutierten Eurobonds stoßen bei Bundeskanzlerin Merkel weiter auf Ablehnung. Die Gespräche dazu wurden vertagt. Als zusätzliche Baustelle wurde die Diskussion über eine Bankenunion als Teil der Währungsunion eröffnet. Frankreich und Italien warben nicht nur für die auch von der EZB vertretene Idee, eine starke zentrale Bankaufsicht und einen Abwicklungsfonds für gescheiterte Banken in der Eurozone einzuführen. Hollande und Italiens Ministerpräsident Mario Monti warben auch für eine gegenseitige Garantie privater Bankkonten in der Eurozone. Diese Garantien gibt es bisher nur auf Ebene der Mitgliedstaaten.
Uneinig waren sich die Regierungschefs auch beim Krisenmechanismus ESM. Hollande forderte erneut, dem Fonds eine Banklizenz zu geben und so seine Schlagkraft zu vergrößern. Draghi widersprach: "Es gab allgemeine Übereinstimmung, dass der ESM eine funktionsfähige Brandmauer sein sollte, aber es stand nicht im Raum, dass er etwas kriegen sollte, was er nicht schon hat."
Die größte Einigkeit gab es beim Thema Griechenland - keiner der Regierungschef wollte die Lage zu sehr anheizen. Die Gipfelteilnehmer appellierten an die griechische Bevölkerung, weiter im Euroraum zu verbleiben und die Sparanstrengungen weiter zu tragen.
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer muss in den USA einen Rückschlag verkraften. Die Gesundheitsbehörde (FDA) hat sich gegen die Zulassung des Thrombose-Mittels Xarelto ausgesprochen. Von dem neuen Medikament verspricht sich der DAX-Konzern Marktpotenzial von rund zwei Milliarden Dollar. Nun sollen offene Fragen zum Wirkstoff schnell beantwortet werden, damit die FDA ihre Bewertungen abschließen kann. Eine finale Entscheidung wird für den 29. Juni erwartet.
Die Schweizer Wettbewerbskommission hat einen Millionen-Strafe gegen den Münchner Autohersteller BMW verhängt. Der DAX-Konzern soll wegen der "Behinderung von Direkt- und Parallelimporten" 156 Millionen Franken (130 Mio Euro) zahlen, wie die Schweizer Behörde am Donnerstag mitteilte. Details nannte sie zunächst nicht. Nähere Informationen will sie bei einer Pressekonferenz am Vormittag in Bern geben.
Die Deutsche Telekom lädt am Donnerstag zur Hauptversammlung. Konzernchef René Obermann wird den Aktionären Rede und Antwort stehen, nachdem die Telekom mit einem Gewinnrückgang ins Geschäftsjahr 2012 gestartet ist. Bereits im Gesamtjahr 2011 war der Gewinn massiv um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro eingebrochen. Ursache waren vor allem Probleme in den USA und Südosteuropa. Bei der Hauptversammlung 2011 war den Anteilseignern eine Dividende von 0,70 Euro präsentiert worden. Das waren 8 Cent weniger als im Vorjahr 2010. Bei dem Aktionärstreffen dürfte es auch um die Gerichtsentscheidung zum umstrittenen dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 gehen.
Nach den Hauptversammlungen werden am Donnerstag eine Reihe von Aktien ex Dividende gehandelt. Bei SAP beträgt die Dividende 1,10 Euro je Anteilsschein, bei Metro sind es 1,35 Euro je Aktie. Titel von Vossloh werden mit einem Abschlag von 2,50 Euro gehandelt, beim Autozulieferer Grammar beträgt er 0,40 Euro je Anteilsschein.
Hewlett-Packard hat am Mittwoch nachbörslich seine Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Der Computerkonzern musste zwar einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn hinnehmen, die Erwartungen der Analysten wurden dennoch übertroffen. Daneben kündigte das Unternehmen deutliche Stellenstreichungen an, danach sollen 27.000 Mitarbeiter bis Ende 2014 gehen. Der Umsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 30,7 Mrd. US-Dollar, nach 31 Mrd. US-Dollar im Vergleichszeitraum. Der Nettogewinn wurde auf 1,59 Mrd. US-Dollar bzw. 80 Cents je Aktie beziffert, nach 2,30 Mrd. US-Dollar bzw. 1,05 US-Dollar je Aktie im Vorjahr.
Quelle: Agentur
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages