Klare Aussagen, wie sich die Märkte in dieser Woche entwickeln werden, geben derzeit vor allen Renten- und Devisenexperten. Ob der Euro auch in dieser Woche weiter Kurs aufwärts halten kann, bezweifeln Devisenstrategen allerdings. Der Euro hatte in der vergangenen Woche deutlich zugelegt und notierte am Freitag Abend bei 1,3236 $. Ebenfalls schwierig kann es in dieser Woche für Staatsanleihen werden: In den USA sind Neuemissionen von 101 Mrd. $ geplant - ein neuer Rekord, der die Renditen Analysten zufolge unter Aufwärtsdruck bringen könnte.
Für die Aktienmärkte fällt den Beobachtern die Einschätzung jedoch erneut schwer, da die Kurse in der vergangenen Woche stark schwankten. Nachdem die Börsen eine sechswöchige Gewinnserie hingelegt hatten, gaben sie vergangene Woche minimal nach. Der Dax fiel um 0,1 Prozent auf 4674, der Stoxx 50 gab 0,7 Prozent nach. In den USA fiel der S&P 500 auf Wochensicht um 0,4 Prozent auf 866 Punkte. Der Nikkei 225 in Japan fiel um 2,2 Prozent.
Für Europa zeigen sich die Experten nach den Kursgewinnen der Vorwochen inzwischen skeptisch - der Dax hat seit seinem Tief Anfang März mehr als 25 Prozent zugelegt. Sie rechnen damit, dass schwache Quartalszahlen die Investoren wieder verschrecken. Diese Woche startet die Berichtssaison auch in Europa: Aus dem Dax berichten unter anderem
Daimler ,
Bayer ,
Siemens und
Volkswagen .
US-Analysten hoffen auf weitere positive Überraschungen
"Langsam dürfte die Luft dünner werden", schreibt Werner Bader, Aktienstratege der LBBW. "Denn irgendwann braucht jede größere Aufwärtsbewegung an den Börsen auch fundamentale Unterstützung in Form von besseren Konzernzahlen. Und diese dürften zumindest in den kommenden Monaten wohl eher noch ausbleiben."
Im Gegensatz dazu rechnen Analysten aus den USA mit einer Fortsetzung der Reihe positiver Überraschungen, wie sie am letzten Freitag mit den Quartalsergebnissen der Firmen
Ford ,
American Express und
Microsoft eingeleitet wurden. Der stabile Trend sollte sich somit fortsetzen, sagen die Analysten. Allerdings seien zwischenzeitlich Kursschwankungen von 3 bis 4 Prozent möglich. Konzerne wie
Pfizer ,
Verizon ,
AIG oder
Exxon Mobil werden in den kommenden Tagen ihre Ertragszahlen veröffentlichen.
Am Mittwoch werden sich die Blicke der Anleger auf die Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt richten. Analysten rechnen mit einer weiter stark schrumpfenden Wirtschaftsleistung für das erste Quartal. Von der Sitzung der US-Notenbank Fed erwarten die meisten Experten keine zinspolitischen Überraschungen, allerdings könnte das geldpolitische Statement für die Märkte von Interesse sein.