Hervorragende Zahlen aus China, Deutschland und den USA versetzten die Anleger in Kauflaune. Viele hoffen auf einen baldigen Schuldenschnitt in Griechenland. Der deutsche Leitindex schließt mit einem satten Plus.
Positive Industriedaten aus China, Deutschland und den USA haben Anlegern an den europäischen Aktienmärkten den Grund für eine ausgedehnte Einkaufstour geliefert. Bei ungewöhnlich hohen Umsätzen schloss der DAX 2,4 Prozent höher bei 6616,64 Zählern, nachdem er zeitweise mit 6630 Punkten ein neues Jahreshoch markiert hatte.
Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seinen Aufwärtstrend vom Januar an, als er um 9,5 Prozent nach oben gegangen war. Der Umsatz lag mit 4,1 Mrd. Euro fast eine Mrd. Euro über dem Durchschnitt der vergangenen 90 Tage. "Die Investoren werden durch die steigenden Kurse immer stärker in den Markt hineingetrieben, da können manche Konjunkturzahlen auch mal schlechter ausfallen als erwartet", sagte ein Händler.
So ignorierten die Anleger, dass die US-Daten des privaten Datenanbieters ADP zu den neu besetzten Stellen im Januar mit 170.000 schlechter ausfielen als gedacht. Mehr Beachtung schenkten sie den Einkaufsmanagerindizes aus China, Deutschland und den USA, die im Januar alle über 50 Punkten notierten und damit Wachstum signalisierten. Auch hier blendeten Investoren aus, dass die Industrie in der Eurozone bisher nicht in Schwung kommen will.
Der EuroStoxx50 beendete den Tag mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 2470 Zählern. Auch die Börsen in Mailand, Paris oder Madrid schlossen mit kräftigen Aufschlägen. An der Wall Street ging es ebenfalls bergauf, wenn auch zögerlicher als in Europa.
Griechen-Lösung nur noch "einen Schritt entfernt"
Auf einen deutlichen Rücksetzer im DAX spekulierten indes die Derivate-Anleger. Dazu deckten sie sich erstmals seit Jahresanfang in größerem Umfang mit Put-Optionsscheinen ein, die von fallenden Kursen profitieren. "Seit Mitte Dezember ist der DAX um fast 1000 Punkte gestiegen, das halten viele Anleger für übertrieben", sagte Euwax-Händler Joachim Radon.
Dessen ungeachtet hatten die Optimisten am Aktienmarkt Oberwasser. Rückenwind gab ihnen neben den Konjunkturdaten die Hoffnung, dass sich Griechenland und seine privaten Gläubiger in Kürze auf die Details zum Schuldenschnitt einigen. Dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos zufolge ist das Land nur noch "einen Schritt entfernt" von einer Lösung mit seinen Gläubigern.
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