Die ernüchternde Entwicklung des Einkaufsmanagerindex holt den DAX zurück auf den Boden der Tatsachen. Der deutsche Leitindex geht mit einem Minus aus dem Handelstag.
Nach dem Ende der Verhandlungen um das zweite Hilfspaket für Griechenland haben Aktienanleger am Mittwoch Gewinne mitgenommen. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 6843,87 Punkte - auch wegen enttäuschend ausgefallener Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone. "Mit dem Hype um neue Hilfsgelder für Griechenland war der DAX arg nach oben hinausgeschossen, das wird jetzt korrigiert", sagte ein Händler. In der vergangenen Woche war der Leitindex um mehr als zwei Prozent gestiegen, was zum Großteil von der Hoffnung auf ein neues Rettungspaket für Athen ausgelöst worden war. "Die Entwicklung in Griechenland wird weiter skeptisch beobachtet, aber dass es auch mit neuen Krediten weiter große Unsicherheiten geben wird, das wussten wir schon vergangene Woche", sagte der Händler.
Allein in den vergangenen beiden Monaten hat der DAX mehr als 15 Prozent zugelegt. "Der Aufschwung seit Jahresbeginn hatte auch viel zu tun mit guten Konjunkturdaten aus den USA und aus Europa", sagte Analyst Martin Hasse von MM Warburg. "Und von dieser Seite waren heute die Einkaufsmanagerindizes sicher ein Stimmungsdämpfer." Einer Umfrage des Markit-Instituts zufolge hat die deutsche Privatwirtschaft im Februar überraschend an Fahrt verloren. Europaweit ist nach der Erhebung die Rezessionsgefahr wieder gestiegen. Der EuroStoxx50 verlor deshalb 0,8 Prozent auf 2520 Punkte. Die Furcht vor einer schwächelnden Wirtschaft in Europa bremste auch die US-Börsen, die zum europäischen Handelsschluss im Minus notierten.
PSA verhandelt über Allianz mit GM
Unter Verkaufsdruck gerieten am Tag vor dem Quartalsbericht die Titel der Commerzbank, die mit einem Minus von 3,3 Prozent als größter DAX-Verlierer aus dem Handel gingen. Analysten rechnen damit, dass das Institut wegen der Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen für das Schlussquartal 2011 nur noch einen Gewinn von gut 200 Mio. Euro ausweisen wird.
Gewinnmitnahmen und Konjunktursorgen belasteten zudem die deutschen Autotitel. VW, BMW und Daimler verloren zwischen 1,6 und 0,3 Prozent. PSA Peugeot-Citroen schossen hingegen in Paris um zwölf Prozent in die Höhe. Die Franzosen verhandeln Insidern zufolge mit der Opel-Mutter GM über eine umfassende Zusammenarbeit. "Zwar sind solche Deals immer mit Risiken verbunden, aber PSA hat derzeit wenig andere Möglichkeiten. Eine Allianz mit einem anderen Autobauer würde helfen, die Kosten zu senken", sagte ein Händler in Frankreich. In New York notierten die GM-Anteilsscheine 1,3 Prozent niedriger.
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