Vor einer Überhitzung am chinesischen Aktienmarkt hat Cheng Siwei, Vizechef des Volkskongresses, gewarnt. "Es ist eine Blase. Investoren sollten sich über die Risiken Sorgen machen", sagte Cheng der Financial Times. Der Volkskongress ist in China das oberste Legislativorgan. von Sundeep Tucker (Dubai) und Geoff Dyer (Schanghai)
Investoren in China müssen um Gewinne fürchten
Erstmals prangert damit ein hochrangiger chinesischer Politiker spekulative Übertreibungen an der Schanghaier Börse an, die im vergangenen Jahr um 130 Prozent zugelegt hat.
"Wenn die Aktienmärkte steigen, verhalten sich Investoren nicht rational. Jeder Anleger glaubt, er kann gewinnen. Aber viele verlieren am Ende", sagte Cheng. Er gilt als einflussreiche Persönlichkeit in wirtschaftspolitischen Fragen.
Seine Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung versucht, gegen mögliche Übertreibungen an der Börse vorzugehen. So untersucht die Bankenaufsicht nach Angaben eines Regierungsvertreters, ob chinesische Staatsbürger Immobilienkredite oder Kreditkarten dazu benutzen, Aktien zu kaufen. Die Regierung warnte Staatsunternehmen davor, nicht an der Börse zu spekulieren.
Cheng dämpfte bei Investoren zudem die Erwartungen. "Was die Gewinne angeht, entsprechen 70 Prozent der Unternehmen nicht westlichen Standards", sagte er. Auch bei der Corporate Governance gebe es enorme Defizite.
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