Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
In Amerika tobt die Debatte um die witzigen Arbeitsmarktdaten vom September munter weiter. Da wird die Nachricht des Rückgangs der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um satte 30.000 Gesuche in der jüngsten Berichtswoche kaum dazu beitragen, die Gemüter zu beruhigen. Doch während sich die Diskussion vor allem darum dreht, ob die Arbeitsmarktdaten nun getürkt, unplausibel oder unpräzise sind - die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist binnen zwei konjunkturell eher flautenhaften Monaten von 8,3 auf 7,8 Prozent gefallen, derweil die Beschäftigung beim finanziell angeschlagenen Staat laut Umfrage unter den Verbrauchern um gut 600.000 Stellen gestiegen ist -, wird die generelle Aussagekraft dieser Statistik weniger hinterfragt.
Nur muss man sich klarmachen, dass in Amerika als beschäftigt gilt, wer in der Datenerhebungswoche eine Stunde gegen ein Entgelt von 3 Dollar beim Nachbarn putzen gegangen ist. Umgekehrt fällt aus der Arbeitslosenstatistik heraus, wer nach langer Stellensuche einmal vier Wochen lang den Kopf hängen lässt, sprich: in dieser Zeit nicht aktiv nach einem Arbeitsplatz gesucht hat. Gerechterweise muss man zugeben, dass die Amerikaner, anders als die meisten europäischen Länder, einen enorm breiten Satz von Arbeitsmarktdaten anbieten, nicht zuletzt auch die Statistiken aus der zweiten Erhebung, der Firmenbefragung. Das erleichtert die Analyse des Arbeitsmarkts üblicherweise erheblich, auch weil die Angaben ganz gut auf ihre Plausibilität hin geprüft werden können. Zwar ist auch die Firmenumfrage revisionsanfällig. Doch wenn die Arbeitslosenquote zwischen Juli und September von 8,3 auf 7,8 Prozent fällt, während die Firmenbeschäftigung kaum zulegt, dann hilft eben auch keine Plausibilitätsprüfung mehr weiter.