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Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.

Merken   Drucken   06.03.2008, 11:00 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Chinas schwerer Kampf mit der Inflation  

Zwar hat der Premier Wen Jiabao auf der Eröffnung der Parlamentssitzungswochen der Inflation den Kampf angesagt, die allein im Januar auf ein Elf-Jahres-Hoch stieg. Doch zeigt die Geschichte, dass die alle fünf Jahre neu gewählten Regierungen ihren Amtsantritt erst einmal mit Ausgabenorgien feiern.
Darunter mögen auch langfristig ehrbare Projekte sei, doch kurzfristig wirkt dies weiter preissteigernd. China sagt der Inflation den Kampf an. "Die derzeitigen Preissteigerungen und der zunehmende Inflationsdruck sind die größten Sorgen der Menschen", sagte Ministerpräsident Wen Jiabao dem Volkskongress.
Da ist was dran. Der Verbraucherpreisindex stieg im Januar gegenüber Vorjahr um 7,1 Prozent - so stark wie seit elf Jahren nicht mehr. Das Problem ist nur: Andere Tagesordnungspunkte des Parlaments fördern die Inflation. Diesen Monat nimmt die neue Regierungsmannschaft ihre Arbeit auf. Langfristige Statistiken zum Investitionswachstum zeigen deutliche Ausschläge, wenn alle fünf Jahre eine neue Regierung antritt. Die neuen politischen Führer gehen voller Elan erst mal auf Einkaufstour und heizen so die Inflation an.
Die Firmen kämpfen bereits mit steigenden Produktionskosten. Die Kosten für Einsatzgüter und Löhne explodieren; ein neues Arbeitsrecht und Umweltprobleme verursachen zusätzliche Belastungen. Außerdem sind die Staatsausgaben gestiegen: Wen hat mehr Ausgaben für Kläranlagen und saubere Energie angedeutet; weitere Maßnahmen, mit denen die Kluft zwischen Arm und Reich geschlossen werden soll, könnten die Belastung der Regierung noch erhöhen. Das sind alles gute, langfristige Ziele. Aber der Balanceakt, das Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten und gleichzeitig die Inflation einzudämmen, wird dadurch noch schwieriger.
  • Aus der FTD vom 06.03.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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