FTD-Serie: Wissen, was die Märkte bewegt

Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.

Merken   Drucken   06.05.2010, 20:31 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Cobas langer Weg

Man gönnt der Coba ja jeden kleinen Fortschritt, doch in diesem Tempo sind es noch viele Quartale bis zurück zur Normalität.
Ein bisschen länger als bis zur Kaffee-und-Kuchen-Zeit um 16 Uhr durfte man sich am Donnerstag im Turm der Commerzbank  (Coba) freuen. Die eigene Aktie war zeitweise fast sechs Prozent im Plus, während die der Deutschen schon im Minus war.
Kursinformationen und Charts
  Commerzbank 2,059 EUR  [-0.112 -5,16%
Zu verdanken hatte dies die Commerzbank einem Quartalsergebnis, das eigentlich dem der Deutschen gar nicht unähnlich war: Mit dem Privatkunden hat man so gut wie kein Geld verdient, dafür umso mehr im und am Kapitalmarkt und durch Wertaufholung fauler Kredit- und ABS-Portfolios.
Natürlich spielt das Kapitalmarktgeschäft bei der Deutschen eine noch größere Rolle, aber - siehe Segment Mittelstand, das einigermaßen verdiente - mit der will man sich ja ohnehin eigentlich nicht vergleichen. Auch aus Analystensicht scheinen die zwei Institute Welten voneinander entfernt.
Während die meisten die Coba zum Verkauf empfehlen, ist es bei der Deutschen umgekehrt. Kein Wunder, wurden bei Letzterer die Gewinnschätzungen für 2010 doch seit März 2009 um rund die Hälfte nach oben revidiert, während sich bei der Coba der geschätzte Verlust verdoppelt hat.
Dazu kommt bei der Coba noch diese Unechtheit, so man mal einen Quartalsgewinn ausweist. Werden doch sofort üppige Zinsen auf ihre Staatsbeteiligung fällig, sollte sie das Gesamtjahr positiv abschneiden.
Dass, bei dem ohnehin dünnen Eigenkapital, man mit den Piigs-Staaten derzeit mit insgesamt 26,5 Mrd. Euro im Geschäft ist, davon allein mit 3,1 Mrd. Euro bei den Griechen, macht die Sache auch nicht besser. Sollte es zu einem 50-Prozent-Abschlag auf die Griechen-Anleihen kommen, würde das laut Citi nach Steuern das belastbare Eigenkapital um 16 Prozent schmälern.
Dazu kommt noch das Geschäft mit der Eurohypo, das in diesem Marktumfeld auch immer weniger Spaß macht. Es braucht noch einige Quartale, bevor die Coba wieder eine normale Bank wird.
01:07:37 Kursinformationen und Charts
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Commerzbank 2,059 EUR   -5,16%  -0.112
  • Aus der FTD vom 07.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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