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  FTD-Serie: Wissen, was die Märkte bewegt

Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.

Merken   Drucken   29.12.2008, 17:05 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Die Weltwirtschaft im neuen Jahr  

Ein Ausblick, den man besser mit "Mehr Fragen als Antworten" überschreiben würde.
Die Diagnose ist gestellt, die Therapie angerichtet: Wenn die Banken die Privatwirtschaft nicht hinreichend mit Darlehen versorgen, muss der Staat als Kreditnehmer der letzten Instanz einspringen, groß angelegte schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme durchführen. Und in der Tat: Der Einbruch von Bauwirtschaft, Immobilienpreisen, Finanzsektor, Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätzen und Beschäftigung in den angelsächsischen Ländern sowie in Teilen des Mittelmeerraums hat die ganze Welt erfasst, wie die bitteren Konjunkturdaten in Japan, Deutschland, China, Indien und Russland zeigen. Aus der Vertrauenskrise im Finanzsystem, dem die Regierungen rund um die Erde mit Finanzhilfen und Kreditgarantien in Billionenhöhe begegnet sind, droht eine allgemeine Vertrauenskrise zu erwachsen.
Also kontern die Staaten mit riesigen Fiskalpaketen und ultralockerer Geldpolitik, allen voran die USA, die nicht nur auf ein zweistelliges Budgetdefizit zulaufen, sondern auch die Geschäftsbanken mit Überschussreserven fluten und gar die Marktzinsen mit frischem Zentralbankgeld zu beeinflussen versuchen. Fiskalprogramme über mehrere Hundert Milliarden Dollar sind zudem in Europa, Japan und in China geplant (wobei selbst im gescholtenen Deutschland fast täglich ein paar Milliarden Euro draufgesattelt werden). Dazu kommt der Verfall der Rohstoffpreise, der den OECD-Ökonomien und Ländern wie China zusammengenommen weitere Kaufkraftgewinne von Hunderten Milliarden Dollar bringen wird. Kurzum: Die Regierungen der Welt werden den Abschwung aufhalten, und an den Geldmengenentwicklungen in den USA (MZM) oder im Euro-Raum (M1) lassen sich auch bereits die ersten zaghaften Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung im Verlauf des Jahres 2009 ausmachen.

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