Wie lange kommt Europa noch um einen umfassenden Plan zur Stabilisierung des Kontinents herum? Mit Blick auf die politischen Verwerfungen in weiten Teilen der Region muss man sagen, dass die Zeit davonrennt. Und angesichts solcher Zahlen ist der Unmut der Menschen zu verstehen. Denn "Eurostat schätzt, dass im März 2012 in der EU27 insgesamt 24,772 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren, davon 17,365 Millionen im Euro-Raum.
Gegenüber Februar 2012 ist die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU27 um 193.000 und im Euro-Raum um 169.000 gestiegen. Gegenüber März 2011 nahm die Zahl der Arbeitslosen in der EU27 um 2,123 Millionen und im Euro-Raum um 1,732 Millionen zu."
Das Grausige daran ist, dass vorläufig keine Besserung in Sicht ist. Die langfristigen Zinsen sind in etlichen Ländern viel zu hoch. Ähnliches gilt für den realen Wechselkurs und für die Rohstoffpreise, wobei die Terms of Trade allein für einen ordentlichen Konjunkturdämpfer gut wären.
Mitten in der Rezession sehen sich aber zudem einige Länder zu empfindlichen Sparmaßnahmen genötigt, derweil die mitunter ebenfalls stark in der Kreide stehenden Verbraucher, Firmen und Banken auch noch auf Entschuldung setzen. Kaum je erwähnt werden die Vermögenseffekte, die sich aus fallenden Hauspreisen oder Aktienkursen ergeben; hier lohnt ein Blick auf die Grafik, in welcher der ohne Deutschland gerechnete MSCI Euro-Raum auf realer Basis dargestellt ist. Länder wie die USA oder China haben unterdessen mit eigenen Sorgen zu kämpfen, sodass auch von dort keine großen Impulse zu erwarten sind.
Es bedarf also eines Plans. Und zwar eines Plans, der nicht nur strukturelle, konjunkturelle, monetäre und finanzielle Aspekte beinhaltet, sondern auch steuerliche, verteilungs- und bildungspolitische sowie regulatorische. Klar ist, dass alle einen Beitrag leisten müssen, vor allem jene, die es sich leisten können. Aber bereits da fängt der Streit schon an.