Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
Das musste ja so kommen, dürfte die Heerschar der spätestens seit dem Börsengang zu Facebook-Gegnern Konvertierten angesichts des Kurssturzes von fast zwölf Prozent am Freitag denken.
Doch bei aller gewollter Häme enthält Facebooks Quartalsbericht, anders als der des Partners Zynga, nichts, was solch einen Kursrutsch rechtfertigen würde. Im Gegenteil, die meisten Zahlen lagen über den Erwartungen. Man kann dem Quartalsbericht vielleicht vorwerfen, dass er keine Klarheit schafft, sich also sowohl Kritiker wie Fans bestätigt fühlen können.
So liegt das Umsatzwachstum mit 32 Prozent deutlich unter jenem des Vorquartals mit 45 Prozent und überhaupt auf Rekordtief, aber immer noch über den Erwartungen. Auch die, um die Kosten der Mitarbeiteraktien, bereinigte Ebitda-Marge von 55,2 Prozent liegt zwar leicht unter Vorquartal, aber über dem Vorjahr und über den Schätzungen. Letzteres gilt auch für den Gewinn pro Aktie. An den Ergebnissen kann es also nicht gelegen haben. Und dass der Cashflow nach Investitionen negativ ist, kann man auch so oder so interpretieren. Positiv gesehen macht die Firma weiter Dampf, in diesem Fall speziell bei Investitionen ins mobile Geschäft.
Das mobile Geschäft steht unter besonderer Beobachtung, da es zwar volumenmäßig steigt, sich aber weniger gut monetarisieren lässt. Allerdings zeigten sich die Analysten hier mit Facebooks neuem Werbeformat zufrieden. Hierbei erscheint die Werbung im Fließtext, wodurch sie am Computer besser, am mobilen Gerät überhaupt erst wahrgenommen wird. Gerade gestartet, soll sie im laufenden Quartal schon 45 Mio. Dollar zum Umsatz beitragen. Also zwar eine Baustelle bei Facebook, aber an ihr wird gearbeitet. Auch die Nutzerzahlen und -gewohnheiten sind ambivalent. Amerika scheint gesättigt, der Rest der Welt wächst weiter kräftig. Doch mit 1,28 Dollar pro Nutzer und Monat bringen sie, ähnlich wie in den Vorquartalen, noch nicht sehr viel ein. Ewiges Manko, oder Potenzial? Bei einem 2012er-KGV von 48 wollen die Anleger sich diese Frage wohl nicht mehr stellen müssen.