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  FTD-Serie: Wissen, was die Märkte bewegt

Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.

Merken   Drucken   14.03.2011, 13:20 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Fliegen in Zeiten kleinerer und größerer Krisen

Schulden überall, Regimestürze in Nordafrika, ein stark steigender Ölpreis und nun noch die Katastrophe in Japan - eigentlich ein fataler Mix für Aktien der Luftfahrtbranche. Doch die Aktien haben bisher kaum, und die Analysten noch weniger reagiert. Zu recht?
Diese Analysten schon wieder. Da kürzt die Weltflugorganisation IATA erneut die Gewinnprognose für das laufende Jahr - nach 16 Mrd. Dollar im vergangenen, sollen dieses Jahr unterm Strich nur noch 8,6 Mrd. Dollar übrig bleiben, in Europa soll sich der Gewinn gar auf 500 Mio. Dollar dritteln -, doch die Analysten reagieren kaum.
Laut Morgan Stanley schätzt der Konsens ein operatives Gewinnwachstum von 9,4 Prozent in Europas Transportsektor für 2011. Das Bild bestätigt sich bei den Einzelwerten: Lufthansa s Ergebnis soll um 30 und das von Ryanair  um 24 Prozent steigen, während sich das Ergebnis von der International Airlines Group (British Airways  und Iberia) fast verdoppeln und das von Air France KLM  fast verdreifachen soll. Ja, um Himmels willen, wo leben diese Analysten denn? Selbst an der Börse wird der Sektor gemieden - er hinkt dem Stoxx seit November um 13 Prozent hinterher.
Nun, wo die Analysten leben, lässt sich schnell beantworten: in keiner einfachen Welt. Mit einem Airline-Analysten möchte man nicht tauschen. Ein Ausschnitt: Um die Nachfrage zu bestimmen, muss man Kaufkraft und Stimmung der Privatverbraucher, Reiselust und Budgets der Geschäftstätigen - insbesondere ein Gefühl für den Zyklus der reisewütigen Investmentbanker - sowie eventuelle Reisebeschränkungen aufgrund von regionalen Konflikten, Seuchen oder Naturkatastrophen im Griff haben. Für das Angebot sollte man die Flugzeugbestellungen und -stilllegungen kennen, Fusionsabsichten der Airlines im Auge haben sowie ein Gefühl für Regulierung und Steueränderungen haben.
Kursinformationen und Charts
  Lufthansa 8,479 EUR  [0.008 +0,09%
  Ryanair 4,092 EUR  [0.025 +0,61%
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Und irgendwo zwischen Angebot und Nachfrage kommt das i-Tüpfelchen der Branchenanalyse: der Ölpreis . Seine Prognose ist eine Wissenschaft für sich, die wohl selbst die Profis von der Opec nicht richtig beherrschen. Und wenn, wie geschehen, der Ölpreis sich innerhalb eines halben Jahres um rund 40 Prozent verteuert, wirbelt das die Gewinnschätzungen ordentlich durcheinander, da der Treibstoff rund ein Viertel der Kosten ausmacht. Die entsprechende Margenbelastung kann sich zwar durch Absicherungsgeschäfte zeitlich verzögern, doch sie kommt. Auch der Umstand, dass die Fluggesellschaften bis zu 80 Prozent des Ölpreisanstiegs an die Kunden weiterreichen, ist nur ein schwacher Trost, da darunter die Nachfrage leidet. Allerdings bei Billigfliegern deutlich mehr als bei etablierten Gesellschaften mit Transkontinentalflügen. Doch viel mehr Gewissheit gibt es in dem Sektor nicht.
00:52:22 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Lufthansa 8,479 EUR   +0,09%  0.008
Ryanair 4,092 EUR   +0,61%  0.025
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Air France-KLM 3,435 EUR   +1,00%  0.034
Brent-Öl 106,83 USD   +0,25%  0.27
  • Aus der FTD vom 14.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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