Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
HP gibt bekannt, 27.000 Mitarbeiter bis 2014 zu entlassen, und da HP zwar keine großen Umsatzsprünge, aber immerhin auch keinen Umsatzrückgang erwartet, fragt man sich schon, was diese Mitarbeiter denn den ganzen Tag getrieben haben. Insbesondere, da die Firma ja bereits unter Mark Hurd von 2005 bis 2010 stark kostenoptimiert wurde. Zu stark, wie ausgerechnet die Analysten von Goldman Sachs feststellen. Ihnen zufolge hätten sich die Sparrunden negativ auf das Angebot und damit auf die Ergebnisse ausgewirkt. Weshalb man nun die anvisierten 3 bis 3,5 Mrd. Dollar Einsparungen, ähnlich wie HP selbst, nicht als Margenpotenzial sieht, da es weitgehend zurückinvestiert werden müsse.
HPs Quartalsbericht weist noch andere Überraschungen auf. So hat just die PC-Sparte dazu beigetragen, dass die Ergebnisse über den Erwartungen lagen. Also jene Sparte, die Léo Apotheker loswerden wollte und die Tags zuvor noch Dell in den Abgrund riss.
Apropos Dell. Mit ihnen liefert sich HP ein Kellerduell: HP ist bei den Analysten noch etwas unbeliebter und notiert mit einem 2013er-KGV von fünf, Dell von sechs - Lenovo notiert bei zwölf. Der Vorsprung von Dell ist verständlich, da die Schätzungen für die Firma seit zwei Jahren nur nach oben revidiert werden und die von HP seit 1,5 Jahren nur nach unten. Die jetzt allerdings sehr unterschiedlichen Quartalsergebnisse könnten eine Wende einläuten.
Eine Wende wollte HP auch mit dem Kauf der englischen Softwareschmiede Autonomy einleiten. Dessen, zugegeben nicht unkomplizierter, aber die Firma tragende Gründer und Vorstand Mike Lynch musste nun aufgrund schwacher Lizenzverkäufe gehen. Da darf man gespannt sein, wann die erste Sonderabschreibung auf den Goodwill ansteht, der 2011 den Großteil des Kaufpreises von 10,4 Mrd. Dollar ausgemacht hat. Auf die Compaq-Akquise von 2002 hat HP gerade 1,2 Mrd. Dollar abgeschrieben.