Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
So viel zum heißen August, den H&M am Montag für das flächenbereinigte Umsatzminus von vier Prozent verantwortlich machte. Der spanische Rivale Inditex meldete am Mittwoch ein flächenbereinigtes Plus von acht Prozent im zweiten Quartal (per Ende Juli), womit die 6,5 Prozent vom ersten Quartal noch übertroffen wurden. In der Periode vom ersten August bis zum 17. September lag man gar mit neun Prozent vorne. Ob es daran liegt, dass Zara, Inditex' Zugpferd, auch im August noch Sommer- statt schon Herbstware verkauft? Ungewiss.
Sicher ist jedoch, dass auch mit diesen Quartalszahlen - Inditex konnte zudem die Nettomarge von 11,5 auf 13 Prozent anheben - der Abstand zu den Schweden größer wird. Und das trotz Heimatmarktnachteils, schließlich stammen 22 Prozent der Umsätze von Inditex noch aus --Spanien--, 66 Prozent aus Europa. Vor fünf Jahren machten Spanien jedoch noch 37,9 und Europa 75 Prozent aus. Brachten es beide Modehäuser vor einem halben Jahr auf rund 45 Mrd. Euro Börsenwert, ist Inditex nun auf 57 Mrd. Euro gestiegen, H&M auf 41 Mrd. Euro gesunken.
So gut läuft es bei Inditex, dass man selbst Luxusprobleme schon an den Haaren herbeiziehen muss. Etwa, dass die Hauptmarke Zara mit 20 Prozent im ersten Halbjahr überdurchschnittlich wuchs, sodass ihr Anteil am Konzernumsatz wieder stieg, auf nun 67 Prozent. Schlecht für die Diversifikation oder beruhigendes Zeichen für die Stärke der Kernmarke? Schlimmstenfalls wird das die anderen sieben Segmente nur noch weiter anspornen.
Schuldenfrei, 3,5 Mrd. Euro in der Kasse, ein mit 5693 Läden nicht aus dem Stegreif duplizierbares Geschäftsmodell, ein vom Konsens für die nächsten zwei Jahre unterstelltes zweistelliges Wachstum bei mindestens stabiler Marge - ein Traum von einer Firma. Das sieht allerdings die Börse mit einem 2013er-KGV von 23 und KUV von 3,4 leider auch so. Mit dem Zustand der Endmärkte ist dies nicht erklärbar, dafür mit Inditex' Marktanteilsgewinnen.