Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
Die Nase voll von trostlosen Wirtschaftsmeldungen? Nun, heute mal keine einzige Zeile darüber, denn es gibt zum Glück auch andere. In Deutschland etwa ist der reale Industrieauftragseingang im März zum zweiten Mal hintereinander zum Vormonat gestiegen, diesmal um satte 2,2 Prozent. Ohne den besonders schwankungsanfälligen "sonstigen Fahrzeugbau" gerechnet haben die Bestellungen sogar zum dritten Mal nacheinander zugelegt. Mehr noch: In dieser Betrachtung war der Auftragseingang im ersten Quartal 2012 höher als im Schlussquartal 2011.
Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist zwar sogar auf saisonbereinigter Basis sehr volatil. Kalkuliert man mit dem gleitenden Drei-Monats-Durchschnitt, lag dieser in Deutschland zwischen Dezember und Februar jedoch um fast zwölf Prozent überm Vorjahr, wobei viele aufgrund der sehr niedrigen Zinsen, der guten Beschäftigungslage sowie der Aussicht auf spürbare Lohnzuwächse mit weiteren Steigerungen rechnen.
Es gibt auch Hoffnungsschimmer für den Kontinent. Im Euro-Raum war der reale Einzelhandelsumsatz (ohne Kfz) im ersten Quartal etwas höher als im vierten, in der EU immerhin um 0,4 Prozent. Die EU-Autoneuzulassungen haben sich gemäß den saison- und kalenderbereinigten Daten der EZB im März nach dem Einbruch am Anfang des Jahres etwas erholt, und laut Barclays hat sich die Stabilisierung im April fortgesetzt. Ähnliches gilt für die Nutzfahrzeugzulassungen, wobei diese Zahlen allerdings ohne Italien und Irland kalkuliert sind.
Was die Umfragen betrifft, ist neben dem Ifo die Verbesserung des Verbrauchervertrauens in den Niederlanden zu bemerken, da unsere Handel treibenden Nachbarn schon häufig ein feines Näschen für die Entwicklungen auf dem Kontinent bewiesen haben. Es ließen sich noch andere Beispiele anführen.
Natürlich ließe sich leicht an jeder dieser Beobachtungen etwas aussetzen. Aber genau das wollen wir heute eben nicht tun. In Zeiten wie diesen kann es nix schaden, einfach mal auf Stabilisierungserscheinungen hinzuweisen, ohne sie zu bekritteln.