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FTD-Serie: Wissen, was die Märkte bewegt

Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.
Merken   Drucken   09.07.2012, 20:30 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Metros relative Schwäche hat ihre Stärken  

Premium Dünnes erstes Quartal, Luft raus bei Cash & Carry, Margenverfall bei Media-Saturn - Metros Eigner sind nervös. In einem Jahr hat die Aktie fast die Hälfte, der Sektor fast nichts verloren. Wer an Olaf Koch glaubt, dem gefällt das.

Im Einkauf liegt bekanntlich der Gewinn. Oder der Verlust, wie der seit Anfang des Jahres amtierende Vorstandsvorsitzende der Metro , Olaf Koch, erfahren muss. Im Mai kaufte er Metro-Aktien im Wert von 368.250 Euro, mit denen er bis dato 16,5 Prozent hinten liegt.

Schuld daran war auch der Kurssturz vom gestrigen Montag, den Koch mit einem wenig euphorischen Interview auslöste. Überhaupt sind Metros Probleme vor allem hausgemacht, wie die (auch relativ) schwache Kursentwicklung zeigt.

Metro relativ zu Indizes   Metro relativ zu Indizes

Dass Koch mit den zwei dürren Sätzen "Wir rechnen beim Konsum in diesem Jahr bestenfalls noch mit einem kleinen Plus. Das hat deutliche Auswirkungen auf unser Geschäft" für sechs Prozent Kurssturz sorgen kann, zeigt erneut, dass die Anleger die Zahlen zum ersten Quartal anders eingeordnet haben als Koch. Die von ihm letztmals Ende Mai wiederholte 2012er-Prognose - leichtes Umsatzplus und stabiler Gewinn gegenüber 2011 - zweifelten viele nach dem operativem Minus nach dem ersten Quartal an.

Nehmen Kochs Worte also eine Gewinnwarnung für die am 31. Juli fälligen Quartalszahlen vorweg? Es würde gut zur Lage passen. Schließlich bestimmen mittlerweile die zwei Schwergewichte C&C und Media-Saturn (MS) die Negativschlagzeilen. MS hat dank Internetkonkurrenz die Ebit-Marge in fünf Jahren mehr als halbiert. Mit den für 2012 geschätzten 1,9 Prozent nähert man sich immerhin den englischen Rivalen an, der Tiefpunkt könnte hier also nah sein. Für den Konzern muss das noch nicht gelten, die Ergebnisschätzungen gehen seit Anfang 2011 konstant runter.

Allerdings ist Olaf Koch ja erst ein halbes Jahr im Amt, in dem er aber eine klare Strategie geäußert hat, die er sukzessive umsetzt. Mit einem 2012er-KGV von unter acht ist Metro im Vergleich zur eigenen Historie und auch zum europäischen Sektor relativ billig: Aus der Prämie von 50 Prozent wurde ein Abschlag in gleicher Höhe. Sieht man in Metros aktuellen Schwierigkeiten nur einen typisch zyklischen Anpassungsprozess an einen sich stets wandelnden Handel und kein einmaliges strukturelles Problem, könnte man langsam anfangen, Geld für den Sommerschlussverkauf zur Seite zu legen.

22:22:12 Kursinformationen und Charts
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  • Aus der FTD vom 10.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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