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Inflation oder Deflation, Rezession oder Depression? Setzen staatliche Hilfspakete an der richtigen Stelle an, wie wirken sie sich auf Devisen und Börsen aus? Sollte man auf Gold, Renten oder Aktien setzen? Welche Sektoren und Firmen sind vielversprechend, welche Fusionen überflüssig? "Das Kapital", die führende Kolumne für Finanzmarktthemen, gibt pointierte Antworten.

Merken   Drucken   29.09.2009, 11:35 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Was die Banken wirklich brauchen  

Hätte die Staatengemeinschaft für ausreichend Wettbewerb im Bankensektor gesorgt, müsste sie sich jetzt nicht um Lappalien wie Boni kümmern. Denn die Finanzkrise wäre der Welt in dem Ausmaß erspart geblieben.
Da ist er nun also, der große Wurf der G20 zur Bankenregulierung. Zunächst ist man angenehm überrascht ob der Fülle sinnvoller Maßnahmen. Sie werden teilweise zwar erst in einigen Jahren umgesetzt, wären von den USA und England aber vor ein, zwei Jahren noch vom Tisch gefegt worden. Auf dem zweiten Blick denkt man jedoch: alles Murks. Kein stimmiges Konzept, sondern ein Flickenteppich, der erkennen lässt, dass es die Regierenden mit einer Reform entweder nicht ernst meinen oder sie immer noch nicht begreifen, woran der Finanzsektor krankt. Darauf lässt jedenfalls der Eifer schließen, mit dem die Bonusregelungen angegangen wurden. Dabei ist die variable Vergütung nur ein weiteres Symptom, aber keine Ursache der Krise - von gigantischen Boni der Landesbanker, die ihre Bücher voll mit US-Schrottpapieren luden, ist wenig bekannt. Das Problem ist nicht, dass abstrus hohe Gehälter gezahlt werden, sondern dass es sich für die Banken lohnt, solche Summen auszuzahlen. Darin zeigt sich, dass der Finanzsektor falsch reguliert ist, dass es den Banken mit teilweise stupiden Tätigkeiten möglich ist, Margen zu erzielen, aus denen sich diese Millionengehälter alimentieren lassen.
Solange Banken solche Margen erzielen können, werden sie im Nu auch Wege finden, Bonusregelungen zu umgehen - die ersten Banken mit Staatsbeteiligung haben das ja bereits vorexerziert. Und grundsätzlich sollte es in einer Marktwirtschaft auch jedem Arbeitgeber erlaubt sein, Gehälter in jeder ihm beliebigen Größenordnung auszuzahlen. Wohin denn sonst mit den Einnahmen der Finanzinstitute, die ja durch eine systematische Aufblähung des Geldsystems durch die Notenbanken begünstigt werden? Dividenden?

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