IG taxierte den DAX am Morgen bei 7.222 Punkten und damit um 0,24 Prozent über den Xetra-Schluss. Nach dem deutlichen Rückschlag der vergangenen beiden Handelstage habe der DAX bereits im späten Handel am Vorabend etwas an relativer Stärke gewonnen und hieran knüpfe der Markt nun an, begründete ein Händler das Plus. Dass die Entscheidung über Griechenland-Hilfszahlungen stockt, sollte den Markt nicht sehr stark überraschen. Auf der Agenda stehen noch Daten zur Industrieproduktion in Frankreich und Italien, die laut Marktstratege Stan Shamu von IG dem Markt nochmal eine neue Richtung geben könnten.
Die drohende Haushaltskrise in den USA und die Ungewissheit über das weitere Schicksal des schuldengeplagten Griechenlands belasteten am Freitag die Märkte in Fernost. Auf die Stimmung drückten zudem die Vorgaben der Wall Street, die am Vortag trotz guter Konjunkturdaten ihre Talfahrt fortsetzte, wenn auch nicht mehr in ganz so hohem Tempo wie nach der Präsidentenwahl. Der Dow Jones schloss 0,9 Prozent im Minus, der S&P 500 gab 1,2 Prozent nach und der Nasdaq Composite verlor 1,4 Prozent. In Tokio beendete der 225 Werte umfassende Nikkei -Index die Handelswoche 0,9 Prozent im Minus bei 8757 Zählern. Es war der niedrigste Stand seit vier Wochen. Der breiter gefasste Topix -Index gab 0,6 Prozent auf knapp 731 Punkte nach. Auch die Börsen in Hongkong, Shanghai, Singapur und Korea mussten Federn lassen.
DAX im Fokus:
Beachtung findet am Morgen die Aktie der Allianz . Europas größter Versicherer hält auch anderthalb Wochen nach Hurrikan 'Sandy' an seinen gerade erhöhten Gewinnerwartungen für 2012 fest. Der operative Gewinn solle weiterhin über 9 Mrd. Euro steigen. Bereits Ende Oktober hatte der DAX-Konzern einige Eckdaten veröffentlicht. Demnach stieg der operative Quartalsgewinn auf 2,5 Mrd. Euro und den Überschuss auf 1,4 Mrd. Euro.
Blick auf die Nebenwerte
Der Immobilienkonzern IVG schreibt weiter rote Zahlen, verringerte aber im dritten Quartal seinen Fehlbetrag. Demnach sank der Konzernverlust sei auf sieben Mio. Euro von 11,2 Mio. im Vorquartal. Der Umsatz ermäßigte sich gegenüber dem Vorquartal auf 99,9 Mio. Euro von 110,9 Mio. Euro. Im Gesamtjahr sei nun ein nahezu ausgeglichenes Konzernergebnis zu erwarten.
Rheinmetall blickt skeptischer in die Zukunft und kassierte seine Jahresziele. Der Vorstand erklärte dies mit der schwachen Automobilproduktion in Europa und der lahmenden Nachfrage nach Panzerfahrzeugen. 2012 peilt Rheinmetall nunmehr einen Umsatz von 4,8 Mrd. Euro an statt 4,9 Mrd. Der operative Gewinn (Ebit) soll rund 300 Mio. Euro erreichen - 54 Mio. weniger als im Vorjahr. Bislang hatte Konzernchef Klaus Eberhardt ein Ebit auf Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt. In den ersten neun Monaten kletterte der Umsatz um fünf Prozent auf 3,3 Mrd. Euro. Das Ebit schrumpfte indes auf 177 Mio. Euro nach dem Rekordwert von 203 Mio. Euro vor Jahresfrist.
Aktien von Drillisch könnten mit Kursgewinnen in den Handel starten. Auch im kommenden Jahr will das Unternehmen mehr verdienen. Angepeilt sei ein Plus des Gewinns von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 10 bis 15 Prozent auf dann 67 bis 70 Mio. Euro, teilte der Mobilfunkanbieter mit. Für dieses Jahr hält Drillisch entgegen den Erwartungen einiger Marktbeobachter an seiner erhöhten Jahresprognose von 60 bis 61 Mio. Euro fest. Dies wäre im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um mehr als 17 Prozent. Zudem will das Unternehmen die Aktionäre mit einer stabilen Dividende und weiteren Aktienrückkäufen bei Laune halten.
Im Kleinwertesegment richtet sich der Fokus auf Smartrac . Der Hersteller und Zulieferer von RFID-Transpondern und Inlays steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2012 um 36 Prozent und erzielt erstmals mehr als 70 Mio. Euro Umsatz in einem Quartal. Im Gesamtjahr 2012 sollen weiterhin Umsatzerlöse von mehr als 250 Mio. Euro erwirtschaftet werden.
Bei den ausländischen Unternehmen gewährte der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont Einblick in seine Bücher. Im ersten Halbjahr 2012/13 profitierte das Unternehmen vom starken Kaufinteresse der Touristen aus Asien, die das Geschäft in Europa spürbar belebten. Dagegen sank die Nachfrage in den wichtigen Märkten Asiens wie Hongkong und China deutlich. Der Umsatz stieg um gut ein Fünftel auf 5,11 Mrd. Euro, während der Reingewinn dank Währungsgewinnen und höher Verkaufspreise um gut die Hälfte auf 1,08 Mrd. Euro zulegte. Beide Werte lagen im Rahmen der Erwartungen.
Groupon fällt es immer schwerer, neue Kunden für seine Schnäppchen zu begeistern. Das einst steile Wachstum der Internetfirma ist im dritten Quartal weiter abgeflaut. Im dritten Quartal setzte Groupon 569 Millionen Dollar um - das war ein Plus von 32 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte Groupon jedoch noch um 45 Prozent zulegen können und im ersten Quartal sogar um 89 Prozent. Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen brach die Aktie nachbörslich um 15 Prozent auf 3,33 Dollar ein und damit auf ein Rekordtief.
Quelle: Agentur
Teil 2: Der Ausblick auf die bedeutendsten Termine des Tages