Der Deutsche Aktienindex (DAX ) ist zum Wochenauftakt in den starken mittel- bis langfristigen Unterstützungsbereich bei 6200 bis 6430/70 Punkten eingetaucht. Dort befinden sich mehrere horizontale Haltelinien, unter anderem beispielsweise die im Jahr 2010 immens wichtige 6350er-Marke. Auch die 200-Tage-Linie verstärkt die Untergrenze diese breit angelegten Haltezone, in der sich für den DAX noch einmal eine letzte Chance für eine Stabilisierung bietet.
Nutzt der Index diese nicht, drehen auch aus einer übergeordneten Perspektive die Trends nach unten, bislang sieht hier alles zumindest noch neutral aus. In diesem Fall drohen auf lange Sicht Verkäufe bis zurück an das jüngste Zwischentief vom vergangenen Jahr bei 4965 Zähler. Aus Sicht der Charttechnik kommen vorher keine Haltelinien mehr - es sei denn, der Markt bildet frische Unterstützungen aus auf denen sich bereits vorher eine Bodenbildung entwickelt.
Noch ist es zum Glück nicht soweit, so dass noch auf eine Stabilisierung gehofft werden kann. Kurzfristig ist allerdings davon noch nichts erkennbar. Im Gegenteil: In einer relativ gleichförmigen Abwärtsbewegung fallen die Kurse seit Mitte März um derzeit etwa 40 Zähler pro Woche, die Untergrenze des entsprechenden Kurskanals verläuft bei 6380/6400 Punkten.
Nach oben reicht dieser Trendkanal bis fast an die horizontale Widerstandszone bei 6820/50/75 Zähler, wobei sich davor nur eine einzige weitere (und schwache) Barriere im Chartbild ausmachen lässt. Sie ergibt sich aus der 21-Tage-Linie und einem unscharfen horizontalen Kursbereich bei 6650/6680 Zählern. Kommt es zu einem weiteren starken Tag, dürfte die Erholung hier zumindest wieder pausieren, wenn nicht sogar sich wieder umkehren.
Die flache Chartlinie, die für den Anfang des heutigen Handelstages im Stunden- und vor allem im Fünf-Minuten-Chart zu sehen ist, ist kein Fehler. Durch eine Computerpanne ist der XETRA-Handel der Deutschen Börse am Dienstagmorgen komplett ausgefallen. Ein Blick auf den - ungestört handelbaren - DAX-Future zeigt, dass der Markt aktuell leicht im Minus verläuft.