Was bewegt Märkte? Harte Fakten - und die Psychologie der Anleger. Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Viele Fundamentalisten sehen es pragmatisch: Wenn Charttechniker bestimmte Marken benennen, muss ich sie wenigstens kennen. In dieser Serie beleuchten wir börsentäglich die Situation im Dax.
Die charttechnische Situation des Deutschen Aktienindex (DAX ) könnte sich heute entscheidend bessern: Mit einem Sprung setzte der Index am Montagmorgen über die entscheidende Barriere bei 6820/50 Zählern hinweg. Damit ist ihm gleichzeitig der Anstieg über die 55-Tage-Linie gelungen, und er hat zudem mehr als die Hälfte der vorangegangenen Abwärtsbewegung von 7194 (Zwischenhoch vom 16. März) auf 6499 Punkte (Zwischentief vom 23. April) wieder aufgeholt. Oft ist eine Gegenbewegung zurück nach oben in diesem Ausmaß das Ende der vorangegangenen Verlustphase, zumindest wird ein Trendwechsel von abwärts zu seitwärts dadurch deutlich wahrscheinlicher.
Der einzige Schönheitsfehler bislang ist, dass Anschlusskäufe ausbleiben. So kann sich der Index nicht dauerhaft über der 6850er-Marke halten sondern fällt zeitweise wieder deutlicher darunter zurück. Diese Entwicklung sollte heute genau im Auge behalten werden. Zwar ist für einen charttechnisch relevanten Durchbruch nicht zwingend ein Schlusskurs über einem Widerstand erforderlich, allerdings sollten sich die Kurse dann wenigstens innerhalb des Handelstages längere Zeit über der entsprechenden Marke aufhalten und diese wenigstens zeitweise auch deutlich überschreiten.
Gelingt dies, wäre der Weg zurück an das Jahreshoch knapp unter der 7200er-Marke frei. Fällt der DAX dagegen heute wieder deutlicher zurück, finden sich nur zwei schwache Unterstützungen bei 6750 und 6650 Zählern, die einen erneuten Rücksetzer bis 6430/70 verhindern könnten.