Was bewegt Märkte? Harte Fakten - und die Psychologie der Anleger. Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Viele Fundamentalisten sehen es pragmatisch: Wenn Charttechniker bestimmte Marken benennen, muss ich sie wenigstens kennen. In dieser Serie beleuchten wir börsentäglich die Situation im Dax.
Erneut sind die Kurse zum Ausklang der Vorwoche bei 6750 Punkten an der oberen Begrenzungslinie des aktuell maßgeblichen Kurskorridors nach unten abgeprallt. Mit etwa 140 Zählern pro Woche bewegt sich der Deutsche Aktienindex (DAX ) in diesem Trendkanal nach Süden. Und das schon seit mittlerweile über einem Monat, so dass der Fall unter erste wichtigere Unterstützungen unvermeidlich war.
Einige davon dürften sich nun in Widerstände verwandeln, insbesondere die 55-Tage-Linie fällt in diesem Zusammenhang auf. Zusammen mit einer horizontalen Chartbarriere bei 6820/50 Punkten stellt sich einen wichtigen Wendepunkt dar, den es zu übersteigen gilt bevor ein kurz- bis mittelfristiger Trendwechsel von abwärts zu seitwärts festgestellt werden kann.
Gelingt dies, wäre zumindest Luft bis an das 76,4-prozentige Fibonacci-Retracement der jüngsten Abwärtswelle, das bei rund 6950 Punkten mit einer Notierungslücke zusammen trifft (besser erkennbar im Fünf-Minuten-Chart auf der letzten Seite). Vielleicht nimmt der DAX anschließend sogar wieder das Jahreshoch bei 7194 Punkten ins Visier. Aus der heutigen Perspektive bleiben das jedoch nur Wunschträume, denn solange sich der Index im Abwärtstrendkanal aufhält bleibt die langfristige Unterstützung bei 6430/70 Punkten das nächste Orientierungskursziel.