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Merken   Drucken   24.10.2008, 16:34 Schriftgröße: AAA

Dax & Stoxx am Nachmittag: Panik und Ratlosigkeit bei den Anlegern  

Zum Wochenschluss fällt der Dax zeitweise zweistellig auf nahezu 4000 Zähler. Der Handel mit US-Futures wurde nach hohen Abschlägen zeitweise eingfroren. Auch alle anderen europäischen Börsen verzeichnen dramatische Verluste. von Thomas Spinnler und Max Bolze (Frankfurt)
Der Dax brach um 9 % auf 4111 Punkte ein. Zeitweise hatte er bei 4017 Punkten notiert und damit so tief wie zuletzt vor vier Jahren. Der Stoxx 50 gab um 9 % nach. In Paris fiel der CAC 40 um 8,1 %, der Londoner FTSE 100 sank um 8,3 %.
Desaströse asiatische Vorgaben und die immer konkreter werdenden Signale für einen heftigen Wirtschaftsabschwung sorgten für Panikstimmung in Europa."Die Anleger werden von ihren Ängsten getrieben. Der Markt ist schwer angezählt", sagte ein Börsianer. "Es gibt einfach nichts Positives", stöhnte ein Händler. So langsam würde sich Fassungslosigkeit verbreiten, sagte ein anderer.
Zwischenzeitlich wurde zudem der Handel mit US-Futures eingefroren. Die Terminkontrakte der drei größten US-Börsen erreichten allesamt Verluste von über 6 % und damit den maximalen Abschlag, den die Futures vor der Eröffnung der Wall Street erreichen dürfen. Das Limit ist im Falle des Dow Jones bei 550 Punkten angesetzt. S&P 500 und Nasdaq dürfen vorbörslich nicht weiter als 60 beziehungsweise 85 Punkte zurücksetzen. Sie sind dann aber immer noch handelbar und können wieder Boden gut machen.
Eine Welle von Gewinnwarnungen aus der konjunktursensitiven Automobilindustrie trieb den Anlegern Angstschweiß auf die Stirn. Auch negative Konjunkturdaten ließen keine Entspannung zu: Die private Wirtschaft in der Euro-Zone hat ihre Talfahrt im Oktober beschleunigt. Die Industrie verlor wegen eines Auftragseinbruchs deutlich an Fahrt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 3,7 auf 41,3 Punkte, der tiefste Stand seit Beginn der Umfrage vor elf Jahren.
Auch aus Großbritannien kamen schlechte Neuigkeiten: Das Pfund Sterling geriet gegenüber dem Dollar unter die Räder, was Händler mit ersten konkreten Hinweisen auf eine Rezession in Großbritannien begründeten. Die Gefahr einer schweren Rezession in Großbritannien hat auch nach Ansicht von Andrew Sentance, eines Mitglieds der Bank of England zugenommen. Zudem ist die britische Wirtschaft im vergangenen Quartal zum ersten Mal seit 16 Jahren geschrumpft. Von Juli bis September ging das Wirtschaftswachstum im Quartalsvergleich deutlich um 0,5 % zurück.
Autoaktien knicken ein
Alle Dax-Werte notierten in der Verlustzone. Schlechte Nachrichten vom Konkurrenten Air France-KLM  drückten die Aktien der Lufthansa  tief ins Minus. Sie sanken um 8,9 %, nachdem die französisch-niederländische Fluggesellschaft Schwierigkeiten bekannt gegeben hatte, das operative Gewinnziel von 1 Mrd. Euro im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen. Lufthansa wird seine Zahlen in der kommenden Woche präsentieren.
Wie bereits am Donnerstag trennten sich die Anleger nach der Gewinnwarnung von Daimler vor allem von Automobiltiteln. Neue Gewinnwarnungen kamen von Renault und Peugeot dazu und verdüsterten die Stimmung weiter: BMW , Volkswagen und Daimler  sackten zwischen 9,1 und 11,8 % ab.

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  • FTD.de, 24.10.2008
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