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Merken   Drucken   07.08.2008, 18:20 Schriftgröße: AAA

Dax & Stoxx-Schlussbericht: Anleger ignorieren schwache US-Daten  

Trotz einer langen Reihe von Negativmeldungen haben Europas Aktienmärkte nur kleine Abschläge verzeichnet. Bei den Einzelwerten dominierten Allianz und Telekom das Geschehen. Abseits der großen Werte bestimmte ein belgisches Kreditinstitut die Schlagzeilen. von Sven Lilienthal (Frankfurt)
Der Dax verlor 0,3 % auf 6543 Punkte. Am Vormittag hatte er bei 6620 Zählern ein Sechs-Wochen-Hoch erreicht. Europas Stoxx 50 und der FTSE 100 in London fielen um 0,2 %. Der CAC 40 in Paris kletterte hingegen um 0,2 %.
Keine Auswirkungen auf die Kurse hatte der Zinsentscheid der EZB. Die Entscheidung, den Leitzins bei 4,25 % zu belassen war erwartet worden. Aussagen zu den aktuellen Inflationsängsten im Euro-Raum ließen die Anleger ebenso kalt wie neue Arbeitsmarktdaten aus den USA. Dort stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet stark im Vergleich zur Vorwoche: Sie kletterten um 7.000 auf 455.000 Anträge - so viel wie seit März 2002 nicht mehr.
Bei den Einzelwerten standen vor allem Finanzaktien in Fokus: Im Dax lag die Aktie der MAN  mit plus 2,7 % auf der Spitzenposition. Ebenfalls im Plus war lange Deutschlands größter Telekommunikationskonzern: Die Deutsche Telekom  vermeldete zwar einen Gewinnrückgang, lag damit jedoch leicht besser als erwartet. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank im Zeitraum April bis Juni um 1,1 % auf 4,85 Mrd. Euro, teilte der Konzern mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang um 2 % gerechnet. Außerdem bekräftigte der Konzern seine Prognose für das laufende Jahr. Die Aktie legte bis zu 3 % zu, verlor bis Börsenschluss jedoch 0,4 %.
Weiter auf der Gegenseite verlor der Versicherungskonzern Allianz . Der drittschwerste Dax-Wert sank um 0,8 %. Im frühen Handel war das Papier bereits um mehr als 4 % eingeknickt. Das Unternehmen hatte einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal gemeldet und nach neuen Belastungen aus der Finanzkrise auch seine Prognose für das laufende Jahr heruntergeschraubt. Vor allem die Dresdner Bank bereitet dem Münchener Konzern nach wie vor große Probleme.
Noch stärker im Minus war die Lufthansa , die um 2,1 % sank. Am Markt spekulieren die Teilnehmer über die negativen Effekte der Streikwelle auf die Passagierzahlen. Die Aktie der Postbank  verlor 2,9 %. Spekulationen zufolge sinkt die Wahrscheinlichkeit eines raschen Verkaufs des Instituts.
Axa überzeugt die Investoren Im Ausland war die Dominanz der Finanzaktien noch deutlicher. Am stärksten gewann der französische Versicherer Axa  mit einem Kurssprung von 4,8 %: Der Gewinn des Unternehmens sank nicht so deutlich wie befürchtet. Auf der Stoxx-Verliererliste büßte das Papier des belgischen Kreditinstituts Fortis  5,4 % ein. Verzögerungen im Zuge eines Spartenverkaufs an eine chinesische Versicherungsgruppe waren der Verkaufsauslöser.
Abseits der Indizes sackte das Papier des belgischen Kreditinstitus Dexia  um 10 % ab. Das Unternehmen stellt seiner verlustreichen Anleiheversicherungstochter FSA weitere 300 Mio. $ an Finanzmitteln zur Verfügung. Am Vorabend hatte das Institut aufgrund der hohen Verluste beim Monoliner einen Gewinneinbruch um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahresquartal vermeldet.

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