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Merken   Drucken   11.11.2008, 18:09 Schriftgröße: AAA

Dax & Stoxx Schlussbericht: Anleger scheuen Aktienkäufe  

Rezessionsängste und der unsichere Konjunkturausblick haben die europäischen Märkte schwer belastet. Die schwachen Vorgaben der Wall Street drückten die europäischen Indizes tief in den roten Bereich. Erneut traf es Auto- und Finanzwerte. von Max Bolze (Frankfurt)
Der Dax verlor 5,3 % auf 4762 Punkte, der Stoxx 50 büßte 3,9 % ein. Der CAC 40 in Paris und der FTSE 100 in London tendierten zuletzt 4,8 und 3,6 % tiefer. Im späten Handel bauten die Indizes aufgrund der schwachen Vorgaben der Wall Street deutlich aus.
Die Rezessionssorgen holten die Investoren wieder ein. Noch am Montag hatte das chinesische Konjunkturpaket über 586 Mrd. $ die Kauflaune der Anleger geschürt. Am Dienstag war davon nichts mehr zu spüren: Die Anleger übten sich angesichts der unsicheren Perspektive in Kaufzurückhaltung. Bei niedrigen Umsätzen bestimmten vor allem kurzfristig orientierte Marktteilnehmer die Kurse. „Statt einem Anlegermarkt haben wir derzeit einen Tradermarkt“, sagte Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser. Die Kurse am Markt würden vielmehr durch ein Blick auf die Charttechnik bestimmt als durch ein Abwägen der Fundamentaldaten.
General Motors betrübt die Autobranche
Gerüchte um eine Pleite des US-Autobauers General Motors  belasteten auch hierzulande die Autowerte. BMW  und Daimler  gaben 5 und 8,4 % nach. Auch das Papier des Maschinen- und Nutzfahrzeugherstellers MAN  gehörte mit einem Abschlag von 7 % zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex.
Europaweit gerieten auch Finanztitel unter Druck. Im Dax gaben Deutsche Bank  und Commerzbank  um 4,7 und 4,2 % nach. Die Titel der Postbank verloren knapp 8 %, nachdem das Unternehmen am Montagabend in einem Zwischenbericht auch Verluste für das Gesamtjahr nicht ausgeschlossen hatte. Der Branchenindex Banken im Stoxx 600 fiel um 7,2 %.
Das Papier der Allianz  geriet zusätzlich unter Verkaufsdruck, nachdem die am Montag vorgelegte Bilanz die Geschäftsentwicklung womöglich nicht ausreichend abgebildet hat. "Auf den ersten Blick erscheinen die Zahlen zum dritten Quartal besser als befürchtet", schrieb ein Analyst der Citigroup. Grund hierfür sei allerdings, dass die Beteiligung an der Commerzbank nicht gemäß ihres Marktwertes bilanziert worden sei. Rechne man dies ein, sei die Zwischenbilanz etwas schlechter als erwartet ausgefallen. Allianz-Papiere verloren daraufhin 8,1 %.
RWE-Zahlen übertreffen Erwartungen
Auch die Aktie von Infineon  gab 5,5 % nach. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge spitzt sich aufgrund des rapiden Preisverfalls für Speicherchips die Lage bei der Tochter Qimonda zu. In einem internen Papier warnten führende Betriebsräte erstmals vor dem Aus von Qimonda. Infineon-Chef Peter Bauer zeigte sich jedoch optimistisch, die Mehrheit an der verlustreichen Tochter bis zum Jahresende verkaufen zu können. Die Aktie reduzierte daraufhin ihre Verluste, nachdem sie zwischenzeitlich bis zu 8 % verloren hatte. Unter den wenigen Gewinnern im Dax notierte das Papier von RWE . Der Energiekonzern baute seinen Umsatz im dritten Quartal um 14 % auf 34,4 Mrd. Euro aus. Auch der Gewinn stieg um 5 % auf 5,7 Mrd. Euro. Analysten waren im Schnitt von knapp 5,4 Mrd. Euro ausgegangen. Der Konzern bekräftigte zudem, von der Finanzkrise nur begrenzt betroffen zu sein. Das RWE-Papier litt jedoch unter dem schlechten Marktumfeld und verlor 1,9 %.

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Name aktuell  absolut  
CAC 40 3047,94    +0,32%  9.69
DAX 6339,94    +0,38%  24.05
    % 
Euro Stoxx 50 2161,87    +0,25%  5.35
  • FTD.de, 11.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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